Stimmen, die gen Himmel dringen

SCHILLINGEN. (hm) Einen Kunstgenuss, wie er in der Region nicht alle Tage geboten wird, präsentierte der Europäische Kammerchor unter der Leitung von Michael Reif in der Pfarrkirche St. Albanus in Schillingen. Dort ertönte Chormusik aus vier Jahrhunderten.

Man darf offen lassen, ob das Fernseh-Finale von "Deutschland sucht den Superstar" ausschlaggebend dafür war, dass gerade einmal 100 Musikinteressierte den Weg in die Schillinger Pfarrkirche fanden. Die gekommen waren, bekamen im Gotteshaus der Hochwald-Gemeinde 24 "Superstars" der Chormusik zu sehen und zu hören. Unter der Leitung von Michael Reif aus Köln bot die in wechselnder Besetzung auftretende A-cappella-Gruppe, die der Kirchenchor "Cäcilia" als Veranstalter nach Schillingen geholt hatte, Chormusik aus vier Jahrhunderten. Mit "Hear my prayer" von Henry Purcell begann der Chor und zeigte gleich zu Beginn, zu welch hoher Qualität er fähig ist. Es folgte "De profundis" von Vic Nees. Alle Stücke wurden von Michael Reif angekündigt und dem Auditorium beschrieben. "Achten Sie darauf, wie die Stimmen im folgenden Lied aus der Tiefe gen Himmel dringen", sagte Reif und sollte nicht zu viel versprechen: "Aus der Tiefe ruf ich Herr zu Dir" von Heinrich Kaminski (1886-1946) vermittelte dem Zuhörer tatsächlich den Eindruck des Getragenwerdens in die Höhe. Dass die weiblichen Stimmen zahlenmäßig den männlichen überlegen waren, war dabei sicherlich nur von Vorteil. Doch war der Chor so gut eingestellt, dass die weibliche Übermacht akustisch nie zu stark dominierte. Reif hatte die Chorstücke thematisch gegliedert. In Bezug auf Entstehungszeit und Stilistik waren die Zuhörer eingeladen, gemeinsam mit dem Ensemble "über Grenzen zu gehen", wie Reif es ausdrückte. Die Grenzüberschreitungen des Abends lauteten: "Ave verum" von Trond Kverno, "Crucifixus" von Antonio Lotti, "Ave verum" von Wolfgang Amadeus Mozart, "O magnum mysterium" von Javier Busto, "Gloria" von John van Buren, "Magnificat" von Wolfram Buchenberg, "Magnificat" von Arvo Pärt, "Ave Maria" von Javier Busto, "Peace I leave with you" von Knut Nystedt, "Ave Maria" von Anton Bruckner und "Hear my prayer" von Sven David Sandström.