Stollen in Wellen teilweise instabil

Stollen in Wellen teilweise instabil

Neue Informationen bei der Einwohnerversammlung zu den Bergbau-Plänen in Wellen: Es gibt ein Gutachten, das Teile des Stollens für instabil hält. Dort muss das Gebäude gestützt werden - wenn auch nicht zwangsweise mit Abfällen.

Wellen. (api) Sachlich und informativ: Zweieinhalb Stunden haben Bürger aus Wellen und Umgebung am Montagabend zusammen mit Harald Ehses, Leiter des Landesamts für Geologie und Bergbau (LGB), auf Einladung des Gemeinderats über die Vorhaben der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) in Wellen diskutiert. TKDZ-Geschäftsführer Winfried Meseke hatte seine Teilnahme an der Versammlung kurzfristig abgesagt. Er könne nichts anderes berichten als schon in der vergangenen Zusammenkunft. Mitte 2008 hatte die TKDZ beim LGB den Antrag gestellt, Teile des Josef-Stollens mit einem Gemisch aus bergeigenem Material und Abfällen verfüllen zu dürfen (auch "Bergversatz" genannt). Die Bürger fürchten Beeinträchtigungen für Mensch und Natur.

Amtsleiter Ehses hatte nun Neuigkeiten zu den Plänen im Gepäck. So soll inzwischen ein Gutachten, das im Auftrag der TKDZ erstellt worden ist, Stabilitätsprobleme in Teilen des Stollens ausmachen. Sie befinden sich unter TKDZ-Gelände, konkretisiert Ehses auf TV-Anfrage. "Damit ist die Notwendigkeit des Versatzes gegeben", sagte er, nicht ohne zu betonen, dass seine Kollegen das Gutachten sorgfältig geprüft haben. Die neuen Umstände wirken auf viele der etwa 70 Zuhörer überraschend - wurde doch in der Vergangenheit auch seitens des LGB diese Notwendigkeit verneint. Nun sagte Ehses am Montag: "Wir könnten den Versatz auch anordnen." Um den Stollen in den betroffenen Bereichen zu stabilisieren, müssten aber nicht zwingend Abfälle verwendet werden. Auch bergeigenes Material käme infrage. Wann mit einem Versatz zu rechnen ist, ließ der Amtsleiter offen.

Bürger sind skeptisch



Einige Bürger äußerten ihre Bedenken ob der Glaubwürdigkeit des Gutachtens. Sie wunderten sich über den Zeitpunkt. Erst nachdem der Gemeinderat gedroht habe, auf zivilrechtlicher Ebene den Bergversatz verhindern zu wollen, gebe es nun die Erkenntnis aus einem TKDZ-Gutachten, dass das Versatzvorhaben notwendig sei, damit Teile des Stollens nicht einstürzen. Inwieweit private Grundstückseigentümer ein Einspruchsrecht geltend machen können, ist noch nicht geklärt. Ebenso gibt es noch offene Fragen, was die konkrete Art und das Volumen der Stoffe angeht, die zwischen den Muschelkalk verfüllt werden dürfen. Schlämme, dioxinhaltige Aschen oder radioaktives Material schloss Ehses aus. Die Bestimmung der Stoffe sei Thema der weiteren Prüfungsschritte. Derzeit erwarte er noch weitere Daten zum hydrogeologischen Gutachten. Eines steht allerdings außer Frage: Die Wellener werden weiter gegen den Versatz mit bergfremdem Material kämpfen.

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