Stoppelfeld wird zur Partyzone

Am Anfang stand eine etwas verrückte Idee: Ein Festival mitten in der ländlichen Idylle ohne Infrastruktur. Am Ende steht die Premiere des Rockville-Festivals: Elf Bands, zwei Tage, mit Camping und allem, was zum Festival gehört. Dahinter stehen zwei Brüder und ein großer Freundeskreis.

Kirf. Ein abgemähtes Getreidefeld, im Hintergrund ein paar Windräder, ein weiter Blick über den Saargau - auf der einen Seite grüßt das Saarland, auf der anderen die Obermosel. Idyllisch ist es dort oben, hoch über Kirf. Mit der Idylle ist es heute Abend aber vorbei. Dann wird's laut und rockig. Das Rockville-Festival feiert Premiere. Mit dabei sind sowohl regional bekannte Bands wie etwa Project 54, als auch deutschlandweit bekannte wie Bakkushan und Emil Bulls.

Zwei Brüder, eine Idee und ganz viel Mut



Hinter Rockville stecken zwei Brüder, eine verrückte Idee und ganz viel Optimismus. "Das war eine eher spontane Idee", sagt Johannes Rathmann, "irgendwann im März dachten wir, wie toll das wäre, wenn wir das machen würden."

Erfahrungen mit solchen Veranstaltungen haben Johannes Rathmann und sein Bruder Matthias bereits 2002 gesammelt - wenn auch nicht in diesem doch größerem Rahmen. "Wir haben damals schon sowas in der Art mit regionalen Bands auf der Grillhütte veranstaltet", sagt Johannes Rathmann. Weil aber dann alle ins Berufsleben gestartet sind, sei das eingeschlafen.

Aus der neuen Idee wurde schließlich Engagement. "Wir haben im Vorfeld erstmal abgeklärt, ob das überhaupt machbar ist", sagt Rathmann. Welcher finanzielle Rahmen nötig ist, woher die Infrastruktur - von Dixie-Klos bis zum Strom - kommt. Ein Festival auf einem Getreidefeld aus dem Boden zu stampfen, sei kostenintensiver als in einer Halle. "Aber ein Open-Air hat einfach mehr Flair", sagt Johannes Rathmann, selbst Musiker und im Hauptberuf Tischler.

40 Freunde arbeiten hinter den Kulissen



Sponsoren wurden gesucht, Medienpartner gefunden - der Trierische Volksfreund ist einer davon - und schließlich die Bands. "Ich habe einfach bei der Booking Agentur nachgefragt, und war erstaunt, dass die Emil Bulls doch recht günstig waren", sagt Johannes Rathmann, der sich sichtlich auf heute und morgen freut.

Auch bei den anderen habe man "einfach mal geguckt und nachgefragt". Elf Bands sind nun dabei. "Wir fragen uns schon manchmal, ob wir eigentlich verrückt sind", gibt Matthias Rathmann zu.

Auf der Wiese gegenüber des Feldes wird es Parkplätze und eine Campingzone geben. Dazu natürlich Bierstände. "Wenn das Wetter mitspielt, sollten am Freitag rund 700 bis 800 Leute kommen", schätzt Matthias Rathmann. Am Samstag rechnen sie mit 500. Damit dieses Festival ge-stemmt werden kann, bekommen die Brüder jede Menge Unterstützung von Freunden. "Wir sind insgesamt 40 Leute und alles Freunde", sagt Johannes Rathmann.

Die Freunde bauen mit auf, stehen an den Getränkeständen und helfen am Sonntag auch wieder beim Abbau. Die Brüder sind sich sicher: "Wenn die nicht wären, würde das alles gar nicht funktionieren." Extra Die Bands: Freitag: Chromopila (18.45 bis 19.45 Uhr), Scuzz (20 bis 21 Uhr), Bakkushan (21.15 bis 22.30 Uhr), Emil Bulls (22.45 bis 24 Uhr) Samstag: At the cutting Edge (15.30 bis 16.15 Uhr), Atilla (16.30 bis 17.30 Uhr), Resomus (17.45 bis 18.45 Uhr), Face down stereo (19 bis 20 Uhr), From constant visions (20.15 bis 21.30 Uhr), roadside (21.45 bis 22.45 Uhr), Project 54 (23 bis 24 Uhr) Anreise: Aus Saarburg kommend Richtung Trassem über Meurich nach Kirf. Im Ort geht's den Berg hinauf und aus dem Ort raus. Das Festivalgelände ist frühzeitig ausgeschildert. Parken können die Besucher direkt am Gelände. Es stehen zwei Wiesenparkplätze zur Verfügung. Camping ist möglich gegenüber vom Gelände auf einer Wiese. Tickets: Kombitickets kosten 19, Tagestickets 12 Euro. Vorverkauf heute noch in den TV-Service-Centern oder an der Abendkasse. Für Studenten und Schüler gibt es ermäßigte Tickets.