Straßen werden zur Schlittenbahn

Straßen werden zur Schlittenbahn

Besonders am Vormittag hat der Wintereinbruch die Straßen in den Verbandsgemeinden Konz und Saarburg spiegelglatt gemacht. Etliche Autofahrer landeten im Graben. Vor allem in den Höhenlagen der Region brach der Busverkehr zusammen.

Saarburg/Konz. Eine kräftige Portion Puderzucker hat sich gestern auf den Konzer Donut an der Saarmündung gelegt. Und in Saarburg verbreitete die eingeschneite Krippe vor dem Rathaus Winterstimmung. Mit dem Berufsverkehr setzte am Morgen kräftiges Schneetreiben ein. Die Polizei in Konz und Saarburg sowie die Abschleppunternehmen hatten alle Hände voll zu tun. Insgesamt 15-mal krachte es. Das teilte die Polizei auf TV-Anfrage mit. Verletzt wurde dabei niemand.
Zahlreiche Autos waren auf den glatten Straßen ins Schleudern geraten und im Graben gelandet. Zwischen Greimerath und Serrig verlor der Fahrer eines Lastwagens auf abschüssiger Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug, das umkippte. Schweres Gerät musste den Wagen bergen. In der Saarburger Hubertusstraße landete ein Transporter in einer Hauswand. Zwischen Konz und Kommlingen war ein Laster auf der L 136 liegen geblieben. Die Strecke musste eineinhalb Stunden lang gesperrt werden. In Niedermennig überschlug sich eine Frau mit ihrem Wagen. Und auch in Nittel fuhr ein Auto gegen eine Hauswand. Bis zum Mittag entspannte sich die Lage. "Auch die Nebenstrecken sind wieder befahrbar", teilte die Polizei mit. Für Pendler in Richtung Mettlach und Merzig, die über die L 176 oder B 51 fahren, war die Situation weniger dramatisch. "Es gab drei glättebedingte Unfälle", teilte die Polizei in Merzig mit.
In der Saarburger Innenstadt schienen die Fußgänger schnell voranzukommen. Reiner Straubing ist auf einen Rollator angewiesen. "Die Leute räumen den Schnee gut weg", lautet sein Lob. Vor seinem Modegeschäft greift Heiner Muno derweil zum Besen. "Jeder ist doch zum Räumen vor seinem Haus verpflichtet", sagt er. Auf dem Bürgersteig an der Graf-Siegfried-Straße ist Briefzustellerin Ursula Beck mit ihrem Wägelchen unterwegs. "Der Schlossberg war früh geräumt. Aber es liegen noch etliche Berge vor mir. Wenn es die Witterung zulässt, kommen die Briefe auch an. Wir bringen uns aber nicht in Gefahr", sagt sie.

Brücken sind besonders glatt


Viel Spaß an der weißen Pracht haben die Kleinen aus dem St.-Laurentius-Kindergarten. Sie machen einen Ausflug an den Wasserfall. "Eigentlich wäre heute unser Waldtag gewesen", sagt Erzieherin Christine May. Jetzt ist Gelegenheit, mal Schneemänner zu bauen. Damit niemand auf der Nase landet, ist Helmut Bidinger seit 7.30 Uhr im Einsatz. Der Mitarbeiter des Bauhofes sagt: "Die Eisenbrücken über die Leuk sind besonders glatt." Ein Eimer mit Streusalz hilft weiter.
Erhebliche Probleme hatten die Busse. In der Konzer Innenstadt ging nichts mehr. Erst am Mittag fuhren sie wieder. Das Gleiche galt für die Höhenlagen auf dem Saargau. Die Grundschule Wincheringen wurde nicht bedient. Außerdem blieben etliche Ortsgemeinden ohne Verbindung, darunter Palzem, Nittel, Wellen, Kreuzweiler, Dilmar, Onsdorf, Kelsen, Körrig, Südlingen, Dittlingen, Esingen, Helfant, Fisch und Mannebach. Die Höhenlagen im angrenzenden Kreis Merzig-Wadern (Saarland) waren ebenfalls nicht mehr mit Bussen zu erreichen, wie die Saarbrücker Zeitung meldete. Zudem wurden Verbindungen nach Luxemburg gekappt.
Im Trierer Umland blieb es dagegen ruhig. Schwere Unfälle gab es nicht. Doch auch dort mussten Kinder von den Schulen abgeholt werden, weil Busse nicht fuhren. In Trier selbst blieb das Megachaos aus. Viel Schnee gab es im Hochwald. Doch die Polizei bescheinigte den Autofahrern besonnenes Verhalten und registrierte nur fünf Unfälle. Wer sich am Wochenende im Schnee austoben will, kann zum Erbeskopf oder zum Dollberg fahren.

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