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Straßensperrung wegen Umzug der Saarburger Mülldeponie führt zu Unmut

Kostenpflichtiger Inhalt: Zwischen Tobiashaus und Mannebach : Straßensperrung wegen Umzug der Saarburger Mülldeponie führt zu Unmut

Die Straße zwischen Tobiashaus bei Ayl und Mannebach ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Der Grund: der Umzug der ehemaligen Mülldeponie von Saarburg nach Mertesdorf. Ursprünglich war das so nicht vorgesehen.

Seit einigen Wochen ist die Landstraße 137 zwischen Tobiashaus bei Ayl und Mannebach gesperrt. Nur Baustellenfahrzeuge sowie land- und forstwirtschaftlicher Verkehr dürfen den Abschnitt laut Schildern nutzen. Manfred Louis aus Ayl hat das geärgert. Als Radsportler fährt er die Strecke täglich, doch nicht ein Mal hat er Bauarbeiten dort gesehen. Also hat er beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) nachgefragt, warum dieses „unsinnige Durchfahrtsverbot“ herrscht.

Die Antwort kommt prompt. Birgit Küppers von der Pressestelle in Koblenz erklärt, dass der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) die Strecke seit Mitte März nutze, um mehrere 100 000 Kubikmeter Müll per LKW von der ehemaligen Deponie in Saarburg zum Entsorgungs- und Verwertungszentrum Mertesdorf zu bringen. Die einstige Deponie zieht um; sie ist also quasi die Baustelle, deren Verkehr nun noch passieren darf. Ursprünglich sollte die Trasse auch für alle anderen Fahrzeuge geöffnet bleiben.

Sperrung der L 137 Foto: TV/Schramm, Johannes

Doch es kam anders. Küppers führt weiter aus, dass sich bald nach Anlaufen der Transporte gezeigt habe, dass die Strecke insbesondere zwischen Mannebach und Tobiashaus „erhebliche Schäden“ an den Banketten aufweise. Küppers: „Eine hohe Anzahl an LKW-Begegnungen gibt es dort täglich. Dies führt zwangsweise zum Befahren der Bankette. Das Bankett kann dauerhaft nicht in verkehrssicherem Zustand gehalten werden.“ Auf Hinweis des LBM hat die Kreisverwaltung die Strecke deshalb laut Küppers bis auf Weiteres für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Nur die Mülllaster dürfen für die Dauer des Deponieumzugs fahren – schätzungsweise für zwei Jahre. Für weitere Fragen verweist die Pressesprecherin an die Kreisverwaltung.

Für Louis ist diese Antwort unbefriedigend. „Wieso reicht es nicht aus, die Strecke für den öffentlichen LKW-Verkehr zu sperren?“, fragt er. Bei der Begegnung mit PKW müsse der Mülltransporter das Bankett schließlich nicht befahren. Der TV hakt bei der Kreisverwaltung nach. Der dortige Pressesprecher Thomas Müller weist darauf hin, dass sich weiterhin LKW auf der Strecke begegnen werden, nämlich die Abfallfahrzeuge, die zu mehreren unterwegs seien. Zum andern gerieten die Laster schon allein aufgrund der kurvenreichen Strecke auf den Randstreifen. Es gibt laut Müller jedoch einen erheblichen Unterschied, wenn die Strecke für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist: Sie muss dann nicht mehr dauerhaft in einem verkehrssicherem Zustand gehalten werden.

Zur Frage, warum keine Umleitung ausgeschildert wurde, sagt Müller: „Eine Umleitung ist gegeben über Tawern/Fellerich sowie Saarburg/Nittel. Eine Ausschilderung erfolgte auf Anraten des LBM nicht.“ Beim Landesbetrieb heißt es: „Da die Straße im Wesentlichen von ortskundigen Verkehrsteilnehmern genutzt wird, sind keine Umleitungsstrecken ausgeschildert worden.“ Alternativrouten für die Mülltransporter sind für die Kreisverwaltung auch nicht infrage gekommen, da diese laut Müller jeweils durch mindestens einen Ort oder sogar durch zwei Orte geführt hätten.

Und wer zahlt schließlich für die Reparatur der Schäden an der L 137? Klare Antwort der Straßenbehörde: „Mit dem Zweckverband ART ist vereinbart, dass dieser nach Beendigung der Maßnahme für die notwendigen Reparaturen aufkommt.“