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Streit um Flächen gefährdet Turbokreisel-Bau an B 51 in Konz

Verkehr : Der lange Weg zum Turbokreisel für Konz

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Turbo-Kreisel für die B 51 in Konz

Nach harten Verhandlungen zwischen dem Landesbetrieb Mobilität und den Möbel-Martin-Eignern gibt es eine Einigung. Jetzt kann das Millionenprojekt voraussichtlich wie geplant beginnen. Ein Rest Skepsis bleibt bei der Behörde.

Der Kreisverkehr an der B 51 in Konz, Möbel-Martin-Kreisel genannt, ist der wichtigste Verkehrsknoten der Stadt. Täglich umkreisen 23 000 Fahrzeuge das Bauwerk. Die meisten kommen von der Obermosel, aus Saarburg, Konz oder Trier. Doch es sind auch viele Menschen unterwegs, die  zum Beispiel in den Raum Merzig, noch weiter ins Saarland oder nach Luxemburg fahren möchten. Tendenziell nehmen die Verkehrszahlen zu, wenn man die Abnahme des Verkehrs während der Corona-Pandemie außen vor lässt.  In den Hauptverkehrszeiten kommt es schon jetzt oft zu Verzögerungen. Deshalb will der Landesbetrieb Mobilität (LBM) den Kreisel noch dieses Jahr fit für die Zukunft machen. Durch optimierte Zufahrten und eine Bypass-Lösung soll die Verkehrskapazität erweitert werden.  In Vorbereitung für das 3,45 Millionen Euro teure Verkehrsprojekt sind schon etliche Bäume zwischen dem Jachthafen und der Bundesstraße gerodet worden. Ob dieses Jahr neben der Rodung noch mehr passiert, stand lange Zeit nicht fest.


Lange Verhandlung Der Termin für die Öffnung der vorliegenden Angebote von Firmen, die beim LBM nach der Ausschreibung des Projekts am 27. Oktober eingegangen sind, wurde laut LBM mehrfach verschoben. Der Grund: Die Behörde musste lange mit der Firma Möbel Martin über deren Flächen verhandeln, die für den Ausbau des Kreisels gebraucht werden. Das Unternehmen muss im Rahmen des Kreiselbaus auf mehrere Tausend Quadratmeter verzichten, wodurch auch etliche Kunden-Parkplätze wegfallen. Laut LBM-Angaben vom Juni 2020 sind 160 Stellplätze betroffen. Für die Flächen des Möbelkonzerns sollten 300 000 Euro gezahlt werden, erklärte ein LBM-Vertreter in einer Sitzung des Bauausschusses der Stadt Konz im Juni 2020.

Das letzte Wort war damit aber noch nicht gesprochen. Es folgten langwierige Verhandlungen. Inzwischen sieht es danach aus, dass die Beteiligten eine Lösung gefunden haben. So gab es am Dienstag laut einem Sprecher der Firma  Möbel Martin eine Einigung mit der Behördenzentrale in Koblenz. „Wir haben dem LBM mitgeteilt, dass die vorliegende Vereinbarung akzeptiert wird“, sagt er im Gespräch mit dem TV. „Wir haben eine Kompromissvereinbarung gefunden, um dieses wichtige Projekt für die Region umzusetzen.“ Der LBM in Koblenz bestätigt den Einigungstermin auf TV-Anfrage.


Ohne Unterschrift geht nichts Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des LBM in Trier, sagt: „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass es klappen kann.“ Er bleibt aber skeptisch, weil das entscheidende Dokument noch nicht unterschrieben sei. Und eine Unterschrift ist laut Bartnick von Nöten. Das liegt an der Art des vom LBM gewählten Genehmigungsverfahrens. Die Behörde hat ein sogenanntes Abstimmungsverfahren eingeleitet, das den Baubeginn frühzeitig ermöglichen soll. „Dies schien auch zielführend, da es normalerweise schneller ist“, erklärt Bartnick. Möbel Martin habe ja ein besonderes Eigeninteresse an der Vollanbindung an den Turbokreisel. „Minimalvoraussetzung für diese Art des Baurechts ist die freiwillige Unterzeichnung einer sogenannten unwiderruflichen Bauerlaubnis“, führt Bartnick weiter aus. Ohne die Unterschrift gibt es kein sicheres Baurecht und somit auch keine Auftragsvergabe des LBM.

Der Öffnungstermin am 28. Januar sei der letztmögliche Termin, der eine Umsetzung samt Verkehrsfreigabe für den Turbokreisel in diesem Jahr ermöglichen würde, erklärt Bartnick. 2022 würden dann nur noch Restarbeiten nötig. Baubeginn wäre voraussichtlich im April. Laut der Ausschreibung für das Projekt ist eine Fertigstellung des Kreisels nach 15 Monaten vorgesehen.
Reaktion aus der Stadt Für die Stadt Konz ist das Projekt  von „enormer Bedeutung“. So drückt es der Konzer Bürgermeister Joachim Weber aus. „Wenn keine Einigung erzielt worden wäre, wäre die Leistungsfähigkeit des Kreisels nicht verbessert worden.“ Das wiederum hätte für Konz aus Webers Sicht schlimme Folgen – vor allem in Bezug auf die Abwicklung weiterer geplanter Bauprojekte. Unter anderem hat der Bürgermeister den mittelfristig geplanten Abriss der alten und den Bau einer neuen Brücke über die Saar zwischen der Kernstadt und Konz-Könen im Blick.

Nur wenn der Möbel-Martin-Kreisel mehr Verkehr aufnehmen kann, könnte  aus Sicht der Planer der langwierige Wegfall der Brücke kompensiert werden. Denn alle Fahrzeuge, die zurzeit dort unterwegs sind, müssten während der Bauphase über den Kreisel in Richtung Könen und Wasserliesch fahren. Ohne die zusätzliche Kapazität würde dann vom Verkehr her in Konz ein „katastrophaler Zustand“ (Weber) herrschen.

 Der B-51-Kreisel in Konz ist mit 23 000 Fahrzeugen pro Tag der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Die Kapazität soll erhöht werden.
Der B-51-Kreisel in Konz ist mit 23 000 Fahrzeugen pro Tag der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Die Kapazität soll erhöht werden. Foto: TV/Christian Kremer

Obwohl die Stadt Konz nicht direkt am Verfahren beteiligt sei, habe er sich wegen der großen Bedeutung des Projekts in den vergangenen Wochen eingeschaltet, sagt der Bürgermeister:  „Deshalb habe ich versucht, mit beiden Parteien zu sprechen und die Bedeutung des Projekts deutlich zu machen.“ Nun sei er froh, dass sich alles in die richtige Richtung gewendet habe.