Streit um Parkplätze

Die Palzemer Kindertagesstätte ist fertig. Eigentlich sollte im Anschluss daran mit dem Bau der Wohnanlage nebenan begonnen werden: einem seniorengerechten Mehrfamilienhaus und einem Gebäude für betreutes Wohnen. Die Frage, wo die Autos der künftigen Bewohner stehen werden, erregt jedoch Unmut.

Palzem. Die Kita in Palzem ist seit rund vier Wochen "bewohnt". Eigentlich wäre es Zeit, jetzt das Gelände der alten Kita anzugehen. Dort will der Investor, der die Kita neu gebaut hat, eine Wohnanlage bauen; das Grundstück hat er samt alter Kita und Lehrerwohnung gekauft (der TV berichtete). Bisher tut sich aber nichts. Der Grund: Es gibt seit Monaten einen Disput um Parkplätze für die Anlage.

Kompromiss für ersten Bauabschnitt



Die Planung des Investors sieht vor, das alte Kita-Gebäude abzureißen und auf dem Platz eine Wohnanlage mit 24 Wohneinheiten zu bauen. In einem zweiten Bauabschnitt soll daneben ein Gebäude für betreutes Wohnen für Senioren entstehen. Streitpunkt ist nun, ob ausreichend Parkplätze für dieses Projekt auf dem Grundstück vorgesehen sind. "Die Bevölkerung ist nervös", sagt Ortsvorsteher Klaus Beck. "Die vielen Fahrzeuge würden das gesamte Dorf zuparken."

Anwohner Albert Pauly befürchtet, dass die Verkehrssicherheit rund um die Kita wegen der zusätzlichen Autos nicht mehr gegeben ist. Er hat auch ein persönliches, aber nicht vordergründiges Anliegen - der Neubau würde an sein Grundstück grenzen. "Natürlich würden mir dann Leute auf den Hof draufgucken."

Für den ersten Bauabschnitt haben Ortsbeirat und Ortsgemeinderat bei der Zahl der Stellplätze bereits einen Kompromiss gefunden und sich auf den Faktor 1,5 geeinigt, der auch im Bebauungsplan stehen soll. Das heißt, für 24 Wohneinheiten müssten 36 Parkplätze vorhanden sein. Zuvor wollten die Palzemer zwei Stellplätze pro Wohneinheit.

"Diese Zahl auch für das betreute Wohnen, also den zweiten Bauabschnitt, vorzuhalten, wäre nicht realisierbar", sagt Ortsbürgermeister Florian Wagner.

"Wenn es möglich ist, im Bebauungsplan festzuschreiben, dass es dort keine andere Nutzung geben wird als fürs betreute Wohnen, dann hätten die Palzemer kein Problem mit den Plänen", sagt Ortsvorsteher Klaus Beck. Denn dann sei sicher, dass nicht so viele zusätzliche Parkplätze benötigt werden, argumentiert Beck. "Ob dies rechtlich möglich ist, ist noch zu klären." Man habe ihm bereits gesagt, dass dies nicht möglich sei, sagt hingegen der Ortsbürgermeister. "Wir warten nun ab, bis wir einen neuen Entwurf vorgelegt bekommen", sagt Beck. "Wenn dieser uns so nicht gefällt, werden wir als Ortsbeirat wieder Nein sagen."

Voraussichtlich Mitte Oktober soll der Bebauungsplan im Gemeinderat behandelt und ein Beschluss gefasst werden. Sollte sich das Vorhaben des Investors weiter nach hinten verschieben, so befürchtet Ortsbürgermeister Wagner, dass er sich im schlimmsten Fall ganz zurückziehen würde. "Das wäre eine Katastrophe, weil so die Finanzierung der Kita nicht mehr funktioniert." Rund 480 000 Euro würden der Gemeinde dann fehlen.