Streng nach Fahrplan

ERBESKOPF. Die Herzen von Modelleisenbahnfreunden dürfen höher schlagen. Der zweite Teil der Ausstellung "Die Hunsrückbahn – Lebensader einer Landschaft" ist noch bis zum 5. November zu sehen. Auch echter Fahrbetrieb ist angesagt.

Die Bahn kommt. Auf Teil I der Ausstellung "Die Hunsrückbahn - Lebensader einer Landschaft" ist nun wie angekündigt Teil II gefolgt. So wird binnen Jahresfrist nach dem Streckenabschnitt Simmern-Hermeskeil die Route Boppard-Simmern im Hunsrückhaus am Erbeskopf auferstehen. Allerdings dürfte die jetzige Art der Präsentation die Herzen von Modell- und Eisenbahnfreunden höher schlagen lassen. Denn anders als bei der reinen Foto-Ausstellung 2005 ist nun echter Fahrbetrieb angesagt. Und zwar mit epochengerechten Zügen auf H0-Bahnen. Etwa 50 einzelne Module werden die "Eisenbahnfreunde Simmern" für ihre 30 Meter lange, maßstabgetreue Modellanlage zusammenbauen. Darunter die drei naturgetreu nachgebauten Bahnhöfe Emmelshausen, Kastellaun und Bell, die im Maßstab 1:87 Erinnerungen an frühere Zeiten wachrufen werden - ebenso wie die Züge verschiedener Epochen. Tom Eberitsch, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde: "Es wird nicht nur die Zeit von 1956 bis 1965 nachgespielt, sondern auch die 70er-Jahre. Doch die Modelleisenbahnfreunde fahren nicht einfach nur so rum, sondern werden sich an frühere Original-Fahrpläne halten. "Und wir fahren in der heutigen Zeit", kündigt Eberitsch an. "Sonst wird's langweilig - auch für uns", begründet der 48-Jährige. Jeder wolle mit der Bahn spielen, die er selbst noch erlebt habe. Das sieht er auch im eigenen Verein, dessen 32 Mitglieder zwischen acht und 80 Jahren alt sind. Eine virtuelle Reise im Schienenbus

Vor dem mehrstündigen Aufbau war den Eisenbahnfreunden nicht bang. Sie freuten sich sogar, wie Eberitsch versichert. "Seit wir im März unser Vereinsheim räumen mussten, konnten wir nicht mehr fahren." Angesprochen auf die Zeiten, in denen Besucher mit Fahrbetrieb rechnen können, meint er daher: "So wie ich unseren Verein einschätze, werden wir wohl von zehn bis 17 Uhr fahren." Parallel dazu seien Dias von der Hunsrückbahn, von Rhein und Mosel, zu sehen. Um die Modellanlage herum sind zudem historische Fotos, Pläne, Bilder und Berichte dieses Streckenabschnitts zu sehen. Diese stellt mit den Eisenbahnfreunden der "Modell- und Eisenbahnclub Traben-Trarbach" zur Verfügung, der schon für die Ausstellung im vorigen Jahr seine Archive durchforstet hatte. Außerdem wird es wieder "eine virtuelle Reise im Schienenbus" geben, kündigt Vorsitzender Arno Wagner an. Und wer will, kann sich auch ein Souvenir von der Ausstellung mit nach Hause nehmen. Denn beide Vereine werden Verkaufsstände mit Videos, Postkarten und Drucken bestücken. Fahrbetrieb bis Ende der Präsentation am Sonntag, 5. November, jeweils an den Wochenenden und am Feiertag dazwischen. Also am: 28. und 29. Oktober sowie 1. und 5. November. Eintritt: drei Euro pro Person.