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Strom für alle (Not-)Fälle in Hermeskeil

Notfallhilfe : Strom für alle (Not-)Fälle

Einsatz über Länder- und Bundesgrenzen hinweg: Das Technische Hilfswerk Hermeskeil bekommt stärkste Netzersatzanlage in Rheinland-Pfalz.

Stromausfälle können viele Ursachen haben, vom betrunkenen Autofahrer, der eine Trafostation rammt, bis zum Hackerangriff aus dem Fernen Osten. Ohne Strom, dem gefürchteten Blackout, geht jedoch nichts mehr in der modernen Welt – auch kein Internet und kein Telefon für den Notruf.

Diesem Ernstfall hat das Technische Hilfswerk (THW) in Hermeskeil jetzt etwas entgegenzusetzen: 500 Kilovoltampere einer Netzersatzanlage, Strom genug für bis zu 300 normale Haushalte oder auch ein Krankenhaus, das so seinen Regelbetrieb aufrechterhalten kann und nicht auf Notstrom laufen muss. Es ist das leistungsstärkste der sieben Stromaggregate des THW in Rheinland-Pfalz.

Zur Übergabe der 250 000 Euro teuren, zehn Tonnen schweren und 550 PS starken Maschine, war Innenminister Roger Lewentz nach Hermeskeil gekommen. Der große Stromerzeuger kann, dank der zentralen Lage Hermeskeils, grenzüberschreitend in der Großregion eingesetzt werden (siehe Info).

„Ein solches Gerät ist Teil der Gefahrenabwehr und Gewährleistung der inneren Sicherheit“, beschreibt der Minister die Bedeutung dieser Anschaffung, die zu 40 Prozent vom Land und zu 60 Prozent von der Europäischen Union finanziert wurde.

  Hermeskeil liegt zentral: Bernd Dochow vom Katastrophenschutz der  ADD erläutert, wo die neue Netzersatzanlage in der Grenzregion  eingesetzt werden kann.
Hermeskeil liegt zentral: Bernd Dochow vom Katastrophenschutz der ADD erläutert, wo die neue Netzersatzanlage in der Grenzregion eingesetzt werden kann. Foto: Herbert Thormeyer

Was Hermeskeil für die Stationierung prädestiniert ist außerdem die Fachkompetenz für Elektrik, die hier gebündelt zur Verfügung steht. „Wir haben 15 Elektriker, darunter mehrere Meister, die mit dieser Anlage umgehen können“, sagt Ortsbeauftragter Helmut Olinger mit Stolz. Vor Ort ist das Aggregat bereits seit November. Und es wurde auch schon fleißig damit geübt. „Wir haben den Ernstfall bei den Stadtwerken Trier, im Wasserwerk und am Krankenhaus in Hermeskeil geprobt“, sagt Bernd Dochow vom Katastrophenschutz bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD).

„Beim Betriebsstoff haben wir uns bewusst für Diesel und alternativ für Heizöl entschieden“, erklärt Marcel Baerwindt vom THW-Landesverband. Nicht jede Tankstelle verfüge über Notstrom. 1000 Liter fasst der Tank. Weitere 1000 Liter stehen als „Ersatzkanister“ auf dem Hof des THW.  

Minister Lewentz dankt ausdrück­lich allen ehrenamtlichen Helfern der „Blaulichtfamilie“: „Sie helfen selbstlos und sorgen so für die Sicherheit der Bevölkerung.“ Eine ganz wesentliche Bedeutung komme dabei der Nachwuchsarbeit zu. Beim THW oder auch der Feuerwehr können junge Menschen etwas fürs Leben lernen. Wesentlich besser arbeiten können die THWler künftig, wenn ihre neue 70 auf 25 Meter große Halle fertig ist, deren Bau der Stadtrat vor kurzem auf den Weg gebracht hat. 14 Boxen werden den im Laufe der Jahre immer größeren Fahrzeugen zur Verfügung stehen. Die Kosten dafür werden noch ermittelt.