Strom für Stadt und Kreis wird teurer

Strom für Stadt und Kreis wird teurer

TRIER. Für Trierer und Privathaushalte im Kreis sind die Strompreise zum 1. Januar teurer geworden. Aber auch die Kommunen müssen mehr für die Stromversorgung ihrer Einrichtungen zahlen. Grund dafür sind neue Verträge mit der RWE und einem privaten Stromanbieter.

Seit dem 1. Januar zahlen Privatkunden im Kreis Trier-Saarburg, die ihren Strom über die RWE beziehen, 16,43 Cent pro Kilowattstunde, das sind 1,7 Cent mehr als im vergangenen Jahr. Auch die Stadtwerke Trier (SWT) haben ihre Preise erhöht. Um wie viel genau, konnte gestern auf mehrfache TV- Anfrage bei den SWT niemand beantworten. Nach TV -Informationen vom Dezember zahlen Kunden der SWT statt 14,89 Cent im neuen Jahr 15,39 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden für einen Vier-Personen Haushalt stiegen die Aufwendungen von rund 595,60 auf 615,60 Euro. Aber auch Gemeinden und Städte im Kreis müssen mehr zahlen: Für den Strom für ihre ihre eigenen Gebäude zahlen sie seit dem 1. Januar zwischen 20 und 30 Prozent mehr. In einer Bündelausschreibung hatte der Städte- und Gemeindebund die Stromversorgung ausgeschrieben. Der Vertrag mit dem Stromproduzenten RWE Rhein-Ruhr von 1999 war zum 31. Dezember ausgelaufen. "Den niedrigen Preis von 1999 konnten wir nicht halten", sagt Rolf Lorig, Pressesprecher der RWE. Gewinner der Ausschreibung für die Versorgung von "Niedrig-Verbrauchern" wie Gemeindehallen, Bürgerhäuser und Kindergärten ist der Hamburger Anbieter Lichtblicke. Dieser "Strombroker" kauft seinen Strom auf dem internationalen Markt ein. Die Versorgung von "Stromfressern" - wie Kläranlagen, Schwimmbäder, Pumpwerke - in den Städten und Gemeinden übernimmt weiterhin die RWE. Dass die Angebote bei der Ausschreibung über den Preisen aus dem alten RWE-Vertrag lagen, begründet Lorig mit gestiegenen Abgaben: "Die Gebühren, die wir laut Energieeinsparungsgesetz an den Bund zahlen müssen, sind immens gestiegen." Auch die Kreisverwaltungen (KV) im nördlichen Rheinland-Pfalz haben zum 1. Januar gemeinsam europaweit per Ausschreibung nach dem billigsten Stromanbieter gefahndet. "Die RWE war wieder der günstigste Anbieter", sagt Martina Bosch, Sprecherin der KV Trier-Saarburg. Von der RWE werden über die KV zum Beispiel die Schulen im Kreis und das Kreiswasserwerk in Wawern samt Nebengebäuden versorgt. Der Strompreis, den die KV an die RWE zahlt, ist dabei um 22 Prozent zu dem äußerst günstigen Vertrag, der ebenfalls im Dezember ausgelaufen ist, gestiegen. "Der Preis ist nicht besonders hoch, sondern auf dem Niveau wie vor der Strommarktliberalisierung", betont Martina Bosch. Die Konditionen des im Dezember ausgelaufenen Fünf-Jahres-Vertrags seien besonders günstig gewesen. Die Stadt Trier hat sich an der Ausschreibung des Gemeinde- und Städtebunds nicht beteiligt. Sie bezieht ihren Strom weiter von ihrer Tochter, den SWT. "Auch wir müssen den Strom ab diesem Jahr teurer einkaufen und die Preiserhöhungen an Stadt und Privatkunden weitergeben", heißt es von den SWT. Den Großteil des Stroms bezieht RWE-Aktionär SWT allerdings immer noch über die RWE Rhein-Ruhr - genauso wie die meisten Kreisverwaltungen in Rheinland-Pfalz. Alleine die Kreisverwaltung Trier-Saarburg hält über 720 340 Aktien des Energieanbieters.

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