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Südamerikanische Wildnis und europäische Ordnung

Südamerikanische Wildnis und europäische Ordnung

Der Trierer Künstler Mario Diaz Suarez kehrt mit "Malerei" in die Städtische Galerie Kloster Karthaus Konz zurück und stellt dort seine farbenfrohen Landschaftsbilder aus. Der 72-Jährige verwandelt seine Eindrücke aus zahlreichen Lebensstationen, unter anderem in Argentinien, New York, Paris, Luxemburg und Trier, in Kunst. Welchen Weg er mit seiner Kunst eingeschlagen hat, erzählt er dem TV.

Konz. Farbige Punkte wachsen in Richtung des Horizonts zu Blumen, Bäumen und Wäldern unter dem weiten, hellen Himmel. Solche Landschaftsbilder des Trierer Malers Mario Diaz Suarez sind es, die derzeit in der Städischen Galerie Kloster Karthaus in Konz zu sehen sind, um in öffentlichen und privatem Sammlungen ihren Platz zu finden.
Die großen Liebe zur Kunst entwickelte der gebürtige Argentinier bereits in seiner Heimatstadt Tucuman, wo er 1965 sein Kunststudium beendete. Während einer dreijährigen Reise durch Süd- und Mittelamerika hielt sich Diaz Suarez mit Fotografie und kleinen Ausstellungen von Zeichnungen über Wasser. 1968 zog er ins europäische Zentrum der Kunst: Paris. Die vielen Arbeiten der Kunst endlich im Original und vor allem in Farbe, anstelle von Schwarz-Weiß-Abbildungen wie zur Studienzeit, zu sehen, zogen Diaz Suarez in den Bann. Europa war eine völlig fremde Welt: "Ich wollte mit dem Zug von Paris ins 500 Kilometer entfernte Holland", erinnert sich Suarez. "Dass es da schon überall Supermärkte gab, wusste ich nicht. Ich sah die Entfernung, also kaufte ich einen riesigen Wasserkanister und Dosennahrung und zog los", erzählt Diaz Suarez lachend.
Auf dem Weg habe er alle blonden Männer fotografiert, die er bei der Arbeit, beispielsweise beim Pflanzen von Tulpen, sah. "In Argentinien sind diese Menschen wohlhabend und arbeiten nicht. Zuhause hätte mir das keiner geglaubt", erzählte der 72-Jährige.
Inspiriert von den weltweit unruhigen späten 60er Jahren spiegeln sich zeit- und gesellschaftskritische Themen in seinen Bildern im Stile der Pop Art wieder. 1974 wird er Mitbegründer der Europäischen Akademie für Bildende Kunst und Dozent für Siebdruck in Trier.
In der Römerstadt tauschte er seine Motive dann gegen Themen der Natur aus und lässt seitdem Landschaftsbilder auf schwarzem Grund lebendig werden. Diaz Suarez geht nicht von der Natur aus, sondern lässt seine Landschaften aus der Phantasie her-aus wachsen. Da kann es passieren, dass die südamerikanische Wildnis auf europäische Ordnung trifft und umgekehrt.Extra

Die Ausstellung "Malerei" von Mario Diaz Suarez ist noch bis 23. November in der Stadtischen Galerie Kloster Karthaus, Brunostraße 23a, zu sehen. Die Galerie ist donnerstags von 17 bis 20 Uhr und samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Für September 2013 ist eine Doppelausstellung im Palais Walderdorff in Trier geplant. Auf zwei Etagen sollen dort neue Landschaftsbilder und Siebdrucke im Stile der Pop Art aus seiner Zeit in Paris ausgestellt werden. cig Weitere Infos auf der Website des Künstlers unter www.diazsuarez.de