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Super-Qualität dank "Grüner Lese"

Super-Qualität dank "Grüner Lese"

GREVENMACHER. Wein trinken vor Weinbergen: Mit dem Schiff fährt der "Verein der Freunde des Elblingweines Obermosel" jedes Jahr Mitte April die Strecke von Wasserliesch bis Palzem ab.

DieEröffnungsfahrt ist für viele zur Tradition geworden: Seit 1996chartert der Verein das Luxemburger Schiff "PrincesseMarie-Astrid", um zu erlesenem Essen Elblingweine und -sekte zuverkosten. Gewächse der Jahrgänge 1997 bis 2002 genossen die rund180 Mitreisenden als ideale Begleiter von Geflügelcremesuppe,Königinpastete und Kalbsbraten. Ein besonderer Leckerbissen: diegerade erst abgefüllten Weine des vergangenen Jahres. "2002 warfür uns ein hervorragender Jahrgang", erklärte Oliver Fischer,hauptamtlicher Berater des Vereins und Organisator der Fahrt. Noch nie so schönes Lesegut gesehen

"Wir hatten einen traumhaft schönen September. Da der Elbling relativ früh reift, kann man bei dieser Rebsorte fast schon von einem Jahrhundertjahrgang sprechen." Die Qualität der geernteten Trauben sei unglaublich gut gewesen, betonte der studierte Jurist und gelernte Winzer. "Ich habe noch nie so schönes und so aromatisches Lesegut gesehen."

Mit der Fahrt wirbt der Verein für die Weinkulturlandschaft Obermosel und den Elbling. Seit Jahrtausenden wird der Wein an den Hängen der Mosel angebaut. "Elbling ist die älteste bekannte kultivierte Rebsorte", sagte Fischer. Bereits einige Jahrzehnte nach Christi Geburt sei sie von römischen Schriftstellern erwähnt worden. Der Wein gedeihe auf den Muschelkalkböden der Obermosel besonders gut: "Das sind Ausläufer des Pariser Beckens, die Reste eines steinzeitlichen Meeres." Damit habedie Obermosel die gleichen Böden wie die Champagne in Frankreich.

Der Verein der Freunde des Elblingweins setzt auf Werbung, um den Elbling bekannt zu machen. Parallel dazu soll ein Qualitätsmanagement sicherstellen, dass die Konsumenten bestmöglichen Wein bekommen. "Die Bedingungen im Weinberg und im Keller müssen stimmen", sagte Fischer. Auch die "Teilentfruchtung", auch "Grüne Lese" genannt, bei der die Winzer schlecht entwickelte Trauben gezielt wegschneiden (der TV berichtete), habe Wirkung gezeigt. Das Resultat: geringere Erträge, dafür bessere Weine.

Die Idee zur Elbling-Route entstand Mitte der 90er Jahre. "Die Menschen sollen einen Überblick über die Region bekommen", sagte Fischer. Dabei hilft den Besuchern eine umfangreiche Beschilderung. In jedem Ort weisen Informationstafeln den Weg zu den Winzern. "Wir wollten auch den Einzelhandel und die Gewerbetreibenden der Ortschaften mit einbinden", betonte der Berater des Vereins. Einzigartig sei die Größe des Elbling-Anbaugebiets an der Obermosel. "In dieser Massiertheit gibt es diese Rebsorte nur hier", betonte Oliver Fischer.