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Supermarkt Nittel: Noch gibt es Fragezeichen

Supermarkt Nittel: Noch gibt es Fragezeichen

Der Streit über die Größe eines Supermarkts an der Obermosel könnte diese Woche beendet werden. Bisher waren sich die Nachbargemeinden Nittel und Wincheringen nicht einig, wie groß der geplante Markt in Nittel werden sollte. Am Mittwoch wird aber im Nitteler Bürgerhaus ein Gutachten vorgestellt, das eine Lösung bringen soll.

Nittel/Wincheringen. Wer einen Blick auf die Internetseite des Unternehmens Beda-Regiebau wirft, kann sich schon mal ein Bild davon machen, wie die "Wohn- und Geschäftsresidenz" im Nitteler Neubaugebiet Wiesengraben aussehen könnte.
Beworben wird das Projekt als "Lebensraum für Generationen" inklusive eines "betreuten und seniorengerechten Wohnens" samt SB-Markt, Café und Büros für verschiedene Dienstleister. Von den Wohnungen aus kann man über die Mosel auf die luxemburgischen Weinberge schauen.
Ob das Vorhaben jedoch demnächst realisiert wird, ist derzeit offen. Schließlich könnten die Menschen von der Obermosel schon längst in Nittel einkaufen, wenn es nach den ursprünglichen Plänen gegangen wäre. Doch das Hauptproblem ist die Größe des Supermarkts, der im Erdgeschoss der Seniorenresidenz einziehen soll. Während die aktuelle Planung auf der der Beda-Internetseite 700 Quadratmeter Verkaufsfläche ankündigt, sahen die Planungen der Ortsgemeinde Nittel bislang eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern vor. Das wäre jedoch nach der im Landesentwicklungsprogramm (LEP IV, siehe Extra) festgesetzten Regionalplanung zu groß und damit nicht genehmigungsfähig.
Hinzu kommt, dass auch die Nachbargemeinde Wincheringen den Nitteler Planungen Anfang des Jahres nicht zugestimmt hat. Die Wincheringer waren gegen einen 1200 Quadratmeter großen Supermarkt in Nittel, weil die Auswirkungen auf den Handel in der Nachbargemeinde zum damaligen Zeitpunkt nicht untersucht waren. Abhilfe soll ein Gutachten des Bitburger Planungsbüros ISU bringen, das beide Gemeinden im August gemeinsam in Auftrag gegeben haben.
Die Ergebnisse der Untersuchung sollen am Mittwoch, 18. November, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus in Nittel vorgestellt werden. Das Ingenieurbüro wird seine Ergebnisse an diesem Abend öffentlich vorstellen.
Weder Elmar Schömann, Ortsbürgermeister von Wincheringen, noch sein Nitteler Kollege Leo Peter Hein wollten vor dem Infoabend eine Stellungnahme zu den Untersuchungsergebnissen abgeben.
Offen bleibt auch die Frage, ob die aktuelle Planung der Bauunternehmung Beda-Regiebau schon Ergebnisse des Gutachtens berücksichtigt. Eine entsprechende Anfrage blieb urlaubsbedingt unbeantwortet. itz
Extra

Das Landesentwicklungsprogramm von 2008 sieht vor, dass die Kommunen Nittel und Wincheringen gemeinsam ein kooperierendes Grundzentrum formen. Das bedeutet, dass die beiden Orte gemeinsam Sorge dafür tragen müssen, dass sie die Versorgung im Nahbereich sichern. Das bedeutet aber auch, dass vorhandene Strukturen, etwa im Bereich des Einzelhandels, nicht durch neue Konkurrenzsituationen infrage gestellt werden dürfen. itz