SWR-Rezeptsucherin: „Hädekuarnkniadelen“ einfach gekocht

Kostenpflichtiger Inhalt: Heimatwoche Saar/Obermosel : Hädekuarkniadelen kommen ins Fernsehen

Der Vorschlag des regionaltypisches Gerichts stammt von TV-Leserin Hannelore Schild aus Zerf. Für die SWR-Sendung „Die Rezeptsucherin“ hat Moderatorin Susanne Nett die Knödel aus Buchweizenmehl mit Alwine Wagner aus Wawern zubereitet.

Alwine Wagner (81) hat gekocht. Zum traditionellen Knödelessen ist statt der ganzen Familie an diesem Tag zwar nur ihre Tochter Birgit (58) gekommen. Allein sind die beiden aber doch nicht, denn auch die „Rezeptsucherin“ Susanne Nett und das Team der SWR-Sendereihe sind zum Kochen und anschließendem Essen zu Gast bei den Wagners.

Susanne Nett ist im Südwesten für ihre Sendung stets auf der Suche nach traditionellen Rezepten und Menschen, die sie kochen können. Nach einem Aufruf im TV meldete sich unter anderem Hannelore Schild aus Zerf mit dem Vorschlag „Hädekuarkniadelen“.

Susanne Nett hat zwar den Namen des Gerichts bekommen, aber noch keine Idee, was das überhaupt ist. In der Bäckerei Baasch in Kanzem wird sie fündig: „Hädekuar“ heißt übersetzt „Heidekorn“ und ist ein anderes Wort für Buchweizen. „Kniadelen“ sind Knödel.

Die Rezeptsucherin zu Gast an der Saar-Obermosel

Fehlt noch jemand, der es zubereiten kann. Auf der Straße trifft die Rezeptsucherin Birgit Wagner. Ihre Mutter Alwine kenne das Rezept sehr gut, sagt sie. Ein Telefongespräch später ist alles abgeklärt, und nach dem Einkauf geht es zum Kochen ins Nachbardorf Wawern.

Die Kameras werden aufgebaut, die Küche ausgeleuchtet, die Schürzen angezogen. Dann kann es auch schon losgehen. Eigentlich ist Alwine Wagner kein großer Freund der Buchweizen und formt ihre „Kniadelen“ daher meist aus normalem Weizenmehl. Für die Sendung mache sie aber gern eine Ausnahme, sagt sie.

Die Zubereitung ist recht einfach. Das Mehl wird mit Eiern, Milch und Sprudel sowie etwas Salz und Muskatnuss verrührt und zu einem glatten Teig verarbeitet, sodass er schwer reißend vom Löffel fällt. Die Knödel werden mit einem Esslöffel ausgestochen und in das kochende, gesalzene Wasser gegeben. Sobald sie an der Oberfläche schwimmen, werden sie noch drei Minuten ziehen gelassen und anschließend in ein Nudelsieb gegeben.

Dazu passen Speck und Zwiebeln, die in einer Pfanne kurz in Butter angeröstet und dann über die Knödel gegeben werden. Wer will, kann auch die Knödel kurz mit in die Pfanne geben. „Angebraten schmecken sie nämlich auch gut“, meint Alwine Wagner. Dazu reiche sie gern etwas Apfelkompott und ein Spiegelei. Zum Schluss kommt noch etwas frisch gehackte Petersilie aus dem eigenen Garten auf den Teller, und das Essen ist angerichtet. Zwetschgenkuchen oder ein Salat sind ebenfalls leckere Beilagen für die Hädekuarkniadelen. Im Winzerort darf ein guter Saar-Riesling natürlich nicht fehlen.

„Die Kinder wünschen sich oft meine Kniadelen“, sagt Alwine Wagner. Zwar ändere sich die Esskultur, und es werde internationaler gekocht. Aber der Trend gehe auch wieder zurück in Richtung Heimatrezepte, weiß Susanne Nett. Sie dreht ihre Sendung bereits seit über zehn Jahren und ist dafür im Südwesten weit herumgekommen. Dieses Jahr war sie schon einmal zu Gast an der Saar: Damals gab es in Trassem Knappkuchen und Dicke Bohnen mit Speck.

Die Buchweizenknödel werden gekocht und mit gebratenem Speck und Zwiebeln angerichtet. Foto: Daniela Schmitz
Die Kniadelen kommen schließlich zusammen mit einem Spiegelei und etwas Apfelkompott auf den Teller. Foto: Daniela Schmitz

TV-Leserin Hannelore Schild aus Zerf macht ihre Hädekuarkniadelen ganz anders als die Wagners aus Wawern. Sie nimmt 310 Milliliter Wasser, würzt es mit Salz, Pfeffer und Muskat. Sobald das Wasser kocht, gibt sie 150 Gramm Buchweizenmehl auf einmal hinein und lässt es zu einem Kloß abbrennen. Dann werden mit einem Teelöffel kleine Knödel abgestochen und in eine Schüssel gegeben. Dazu gibt es eine Specksauce. Rund 50 Gramm geräucherter Speck und genau soviel Dürrfleisch werden in einer Pfanne ausgelassen und mit rund 100 Millilitern Dosenmilch und Sahne abgelöscht. Mit Salz, Pfeffer und Maggi wird sie Sauce schließlich abgeschmeckt und über die Knödel gegossen. „Dazu eignet sich am besten ein Endiviensalat“, findet Hannelore Schild.

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