Tägliches Leben in der Wildnis

Was macht ein "Waldkind" aus? Diese Frage wurde in zahlreichen Projekten während zweier Ferien-Waldwochen vom Forstamt Saarburg und der Waldjugend Trassem beantwortet. Mehr als hundert Kindern wurde klar, wo überall Energie drinsteckt und welche Formen sie annehmen kann.

Trassem. (doth) So müssen sich unsere Vorfahren gefühlt haben: Man nehme einen Wald, nutze das Holz, erfinde ein paar einfache Maschinen, und schon ist das Leben in der Natur richtig angenehm. Mehr als 100 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren haben in zwei Ferien-Waldwochen rund um das Walderlebniszentrum Trassem gelernt, so richtig kreativ mit dem Wald und seinen Energien umzugehen. Zwölf Betreuungskräfte halfen dabei.

Das Lernergebnis: Energie bewegt die Welt - und auch uns. "Wir gaben so wenig wie möglich vor. Die Kinder sollten aus dem vorhandenen Material selbst etwas entwickeln", erklärt der Produktleiter Umweltbildung beim Forstamt Saarburg, Dietmar Schwarz. So entstand ein Windrad aus Holz mit drei Metern Durchmesser, eine selbsttragende Brücke aus Brettern ohne Verbindungselemente, die Kinder kochten sich mit verschiedenen Ofentypen quer durch die Jahrhunderte, duschten mit solargewärmtem Wasser, das einfach nur durch einen schwarzen Sack gelaufen ist, und lernen das Feuer zu beherrschen, natürlich immer unter Aufsicht der Betreuer.

Flöße wurden selbst gebaut und auf dem Stausee ausprobiert. Schiffe segelten per Solarkraft gegen den Strom. Die eigene Energie konnte beim Klettern an Baumriesen ausprobiert und per Seilbahn Bewegung gespürt werden. Auch Nahrung ist Energie. Es gab keine Küche, sondern eine "Energietankstelle", in der die Teilnehmer ihre Kräfte sammeln und zu neuen Taten aufbrechen konnten.

Die Aktion passt in die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" - das weltweite Bestreben, Kindern früh die Bedeutung von Energie und ihre Nutzung klarzumachen. Sogar eine "Medienabteilung" wurde gebildet. Einige haben in Trassem Menschen interviewt, wie sie es denn mit dem Energiesparen halten.

Niklas Sternberg (9) aus Saarburg wurde zum Ofenbauer: "Ich weiß jetzt viel über die Gefahren, die von Feuer und Hitze ausgehen." Eva Phillipps (11) aus Serrig ist schon zum dritten Mal bei den Ferien-Waldwochen dabei. Sie freut sich immer schon auf alte Bekannte und sagt: "Wir hatten viel Spaß beim Flusskentern und Schwimmen im Weiher."

Ganz zum Schluss verschmolzen die Kinder beim Übernachten unterm Blätterdach regelrecht mit der Natur.