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Tälchen an Datenautobahn angeschlossen

Tälchen an Datenautobahn angeschlossen

Rund 630 Haushalte in Ober-emmel und Krettnach können sich ab sofort einen schnellen DSL-Anschluss einrichten lassen. Die Telekom hat Glasfaserkabel verlegt, die das Surfen im Internet komfortabel machen.

Konz. Bilder, Videos und große Dateien aus dem Internet herunterzuladen, ist in Oberemmel und Krettnach kein Problem mehr. Die Telekom hat ihr DSL-Netz ausgebaut und Glasfaserkabel in die Konzer Ortsteile verlegt. Damit hat das Unternehmen zwei Verträge erfüllt, die es im Mai 2009 mit der Stadt Konz geschlossen hatte. "Das nutzt unserer Wirtschaft wie Bürgerschaft gleichermaßen", sagt Bürgermeister Karl-Heinz Frieden.

Die Telekom verspricht eine Übertragungsrate von 16 000 Kilobit pro Sekunde. "Heutzutage ist das sehr viel", sagt Frieden. Schon in naher Zukunft würden jedoch weitaus höhere Übertragungsraten alltäglich.

Doch das ist laut Telekom kein Problem für die Kunden im Tälchen. "Das Netz der Zukunft ist entscheidend", sagt Robert Loskill von der Telekom. Mit dem Glasfaserkabel, das nach Krettnach und Oberemmel führe, seien auch höhere Geschwindigkeiten möglich. Insgesamt sind dort 13 Kilometer Glasfaserkabel verlegt worden. Dafür hat die Telekom rund 650 000 Euro investiert - 50 000 Euro pro Kilometer.

Ein Problem seien die "letzten Meilen" Kupferkabel von den Häusern zum Glasfaserkabel. Kupferkabel bremse die Datengeschwindigkeit. Je länger diese Leitungen seien, desto schwächer werde das Signal.

Sollten sich zu wenige Kunden bei der Telekom melden, bliebe die Stadt auf den nicht gedeckten Kosten von 15 000 Euro sitzen. Deshalb hofft Frieden auf großes Interesse: "Die Stadt sollte da ohne Verluste rausgehen."

90 Krettnacher und 280 Oberemmler haben laut Loskill bisher ihr Interesse bekundet.

Wer einen Anschluss will, kann sich bei der Telekom unter 0800/3303000 über die Verfügbarkeit informieren. Frieden empfiehlt jedoch, sich im Telekom-Laden am Saar-Mosel-Platz zu melden - wegen der Ortskenntnis der Mitarbeiter. Das Unternehmen geht von einer Bearbeitungszeit von zwei Wochen aus. Nach der langen Wartezeit komme es auf eine Woche mehr auch nicht an, sagt der Oberemmeler Ortsvorsteher Hermann-Josef Benzkirch.

Die Telekom weist darauf hin, dass auch Kunden Bescheid geben müssen, die bereits einen Internetzugang haben. Die Geschwindigkeit werde nicht automatisch erhöht. Einen Anschluss gibt es aber auch bei anderen Anbietern, die die Leitungen der Telekom mieten.

Mit Blick auf das DSL-Netz in der Verbandsgemeinde (siehe Extra) sagt Frieden: "Ähnliche Projekte für andere Gemeinden und Stadtteile werden derzeit geprüft." Extra Internet in der VG Konz: Schnelle Übertragungsraten mit rund 16 000 Kilobit pro Sekunde gibt es in der Kernstadt in Konz, Kanzem, Wiltingen sowie Oberemmel und Krettnach. Bis April 2011 sollen das Baugebiet Roscheid V und noch in diesem Quartal Wawern ausgestattet werden. Auch in Tawern soll das Hochgeschwindigkeitsnetz kommen - dort verzögern sich die Arbeiten zurzeit. Gut versorgt sind laut VG-Verwaltung auch Wellen, große Teile von Temmels und das Gewerbegebiet in Konz-Könen. Langsamer geht es in Nieder- und Obermennig sowie in Wasserliesch und Filzen und Hamm zu (1000 bis 2000 Kilobit pro Sekunde). Noch keine befriedigende Lösung gibt es für den Ortskern in Konz-Könen - diese ist jedoch für die nahe Zukunft geplant. Schlecht sind derzeit Oberbillig und Nittel samt der Ortsteile Köllig und Rehlingen dran. Sehr unwahrscheinlich ist es, dass die 150-Seelengemeinde Onsdorf irgendwann an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen wird. (cmk)