Tag zwei der Vor-Tour der Hoffnung: Trommler, spektakuläre Sprünge und große Spendenfreude

Benefiz-Radtour : Tag zwei der Vor-Tour der Hoffnung: Spaß, Sprünge und große Spendenfreude (Fotos/Video)

Die Benefizradler der „Vor-Tour der Hoffnung“ haben ihre Fahrt durch den Kreis Trier-Saarburg fortgesetzt. Am Montag hielten sie im Hochwald und Ruwertal und nahmen Spenden für kranke Kinder entgegen. Dafür brachten sie Partylaune mit, die auch der Regen am Nachmittag nicht trüben konnte.

Die Vor-Tour der Hoffnung rollt weiter durch die Region Trier. Nach dem gelungenen Start am Sonntag vor der Porta Nigra und dem Prolog durchs Moseltal hat es die Strecke am zweiten der drei Tourtage in sich. Die 160 Radfahrer, darunter einige frühere Spitzensportler und Prominente aus Politik und Gesellschaft, steuern am Montag den Hochwald an. Ihr Ziel sind mehrere Stopp-Orte, wo sie unterwegs Schecks mit in den Dörfern gesammelten Spenden für kranke und hilfsbedürftige Kinder entgegennehmen.

Nach dem ersten Halt am Morgen am Konzer Rathausplatz, wo rund 18 000 Euro aufs Spendenkonto hinzukommen, geht es einige Hundert Höhenmeter hinauf nach Kell am See. Die erste große Herausforderung für die Benefizradler. „Das war schon anstrengend. Vielleicht hätte ich ein bisschen mehr trainieren müssen“, stellt Tour-Teilnehmer Christian Baldauf, CDU-Fraktionschef im Mainzer Landtag, fest, als die Radler vor dem historischen Bahnhof einfahren. Begrüßt werden sie von Trommelschlägen der Gruppe Ogulogundo – was so viel heißt wie „Ich wünsche dir Wohlergehen“. Ein passender Willkommensgruß nach der anstrengenden Anfahrt.

Zur Stärkung gibt es für die Radfahrer Currywurst und kalte Getränke. Auf der Bühne werden dann die Spendenschecks überreicht. Das ganze Jahr über wurde bei verschiedenen Gelegenheiten gesammelt. So hat die Frauengemeinschaft St. Nikolaus aus Greimerath den Erlös ihres Osterbasars gespendet, der Karnevalsverein aus Mandern die Eintrittsgelder der Kinderkappensitzung. Das Resultat: insgesamt 7800 Euro aus Kell und Umgebung.

„Es ist toll, dass wir es jedes Jahr schaffen, noch mal etwas mehr Menschen für die gute Sache zu begeistern“, freut sich Vor-Tour Schirmherrin und Ex-Biathletin Petra Behle. Und die Stimmung, sagt sie, die sei automatisch gut, egal, wo der Tross anhalte. Wie zum Beweis schnappt sich Sänger Darius Zander das Mikrofon und singt den Popsong „80 000 Millionen“. Die etwa 100 Zuhörer am alten Bahnhof schwenken begeistert die Arme und stimmen beim Refrain mit ein. Zander gehört zu den „Vor-Tour“-Neulingen in diesem Jahr. Er war 2016 Kandidat bei der Fernseh-Castingshow „The Voice of Germany“.

Von Kell am See geht es weiter nach Hermeskeil zum Neuen Markt. Die steile Trierer Straße fordert den Radfahrern noch einmal alles ab. Laura Lahm, der deutschen Weinprinzessin 2017/18, bleibt der Anstieg diesmal erspart. Sie fährt im Auto voraus, weil sie die Moderation der Scheckübergaben übernimmt. „Es macht aber auch viel Spaß, im Feld mitzufahren“, sagt sie. „Und bei so steilen Bergen kommt sofort eine helfende Hand und schiebt dich an, wenn du es allein nicht schaffst.“

Am Neuen Markt nehmen die Radler gleich mehrere Spendenschecks in Empfang. Vertreter der Hermeskeiler Jugendherberge und der Grundschule berichten auf der Bühne, wie sie die Summen zusammengetragen haben. Die Grundschüler haben bei einem Spendenlauf um Sponsoren geworben und so 1516 Euro erlaufen, erzählt ein Mädchen stolz. Stadtbürgermeisterin Lena Weber und Bürgermeister Hartmut Heck überreichen knapp 5000 Euro.

Dann folgt ein Höhepunkt im Rahmenprogramm der Radtour. Hoch oben über dem Neuen Markt taucht ein Flugzeug auf, an Bord befindet sich der Reck-Weltmeister von 1974, Eberhard Gienger. Das Publikum schaut staunend zu, wie Gienger wenige Minuten später mit dem Fallschirm über Hermeskeil gleitet und mitten auf dem Platz landet. Beim kurzen Auftritt auf der Bühne berichtet der Ex-Turner, dass er die Vor-Tour der Hoffnung seit etwa zehn Jahren unterstütze, deren „großen Bruder“ – die deutschlandweite Tour der Hoffnung – schon seit fast 35 Jahren.

Nach einer Stunde brechen die Radfahrer auf in Richtung Osburg. Hinter ihnen staut sich kurzzeitig der Verkehr auf der ehemaligen Bundesstraße 52. Kurz vor Osburg beginnt es kräftig zu schütten, und der Regen hält auch bei der Ankunft an der Grundschule an. Doch die Radfahrer lassen sich in ihrer guten Laune und Partystimmung nicht bremsen. Angeheizt von Liedermacher Oliver Mager singen sie mit Kindern und Eltern, spielen mit ihnen Luftgitarre und ziehen in einer großen Polonaise quer über den Schulhof. Ortsbürgermeisterin Silvia Klemens übergibt einen 9200-Euro-Scheck, Messdiener und Klapperkinder haben ebenfalls fleißig Geld gesammelt. Alle Spenden gehen nach dem Ende der Benefiztour an Einrichtungen aus ganz Rheinland-Pfalz, die sich um krebskranke Kinder und deren Familien kümmern.

Tag zwei bei der Vor-Tour der Hoffnung 2019

Die Etappe endet am Montagabend nach einem weiteren Halt bei der Waldracher Kirmes wieder am Start- und Zielort Trier. Von dort geht es am Dienstag, dem finalen Vor-Tour-Tag, über Nittel und Wincheringen zum Dreiländereck und über Saarburg zurück nach Trier.

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