Tage der Schule in Waldweiler sind gezählt
Die Grundschule Waldweiler ist Geschichte. Das steht jetzt definitiv fest. Die Erst- und Zweitklässler werden nicht mehr in das Ende Januar wegen Sicherheitsmängeln geschlossene Gebäude zurückkehren, sondern sie werden künftig zusammen mit den Dritt- und Viertklässlern am Standort Mandern unterrichtet.
Waldweiler/Mandern. Was sich bereits vor einem Monat abgezeichnet hat, ist nun nach einer Ortsbegehung des Schulträgerausschusses der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See amtlich. Die Tage der Grundschule Waldweiler sind gezählt, aus der Übergangs- wird eine Dauerlösung. Alle 78 Kinder der Klassen eins bis vier drücken künftig in Mandern die Schulbank.
Umzug nach Mandern und Schillingen
Zur Erinnerung. Ende Januar wurde das 1911 erbaute Grundschulgebäude in Waldweiler wegen Sicherheitsmängeln - es waren Schieferplatten vom renovierungsbedürftigen Dach gefallen - geschlossen (der TV berichtete). Die 41 Erst- und Zweitklässler mussten umziehen. Für die Erstklässler ging es direkt nach Mandern, wo die älteren Kinder der Klassen drei und vier unterrichtet werden und noch ein Klassenraum frei war. Die Zweitklässler siedelten erst nach Schillingen um. Die VG stellte einen Container auf den Pausenhof in Mandern, nun sind alle Grundschüler aus den beiden Hochwaldorten an einem Standort vereint.
Für diese Regelung hatte sich nicht nur der Elternbeirat stark gemacht. Auch Schulleiterin Roswitha Lux begrüßt sie ausdrücklich. "Pädagogisch ist das eine klare Verbesserung. Die Betreuung der Kinder ist an einem Standort viel einfacher zu organisieren als bei zwei getrennten Einrichtungen. Bislang lief viel übers Telefon. Jetzt können wir uns direkt vor Ort absprechen", sagt Lux.
Laut Kells Bürgermeister Werner Angsten (CDU) waren sich die VG-Gremien einig, dass eine Rückkehr der Schüler nach Waldweiler keinen Sinn mache. Grund dafür ist vor allem die Entwicklung der Schülerzahlen. Weil in den beiden Dörfern zu wenige Kinder leben, kann ab Sommer 2011 an der Grundschule ohnehin nur noch eine Kombi-Klasse für die Erst- und Zweitklässler gebildet werden. In Waldweiler hätte es ab diesem Zeitpunkt also nur noch eine Klasse gegeben, was die Schulaufsichtsbehörde - die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier im TV bereits vor Wochen als "pädagogisch und organisatorisch schwierig" bezeichnete.
Deshalb hat das VG-Gremium beschlossen, dass fortan alle Schüler dauerhaft in Mandern unterrichtet werden. Ab Sommer 2011 kann der Container abgebaut werden, weil dann nur noch drei Klassenräume benötigt werden. Allerdings soll laut Angsten im Erdgeschoss des Manderner Schulgebäudes ein Gruppenraum eingerichtet werden. "So haben wir die Möglichkeit, die Kombi-Klasse auch mal für ganz bestimmte Aufgaben zu trennen", sagt Lux. Angsten schätzt, dass die Investitionen ins Manderner Schulgebäude sich auf etwa 35 000 Euro belaufen werden.
Schulleitung und Elternbeirat laden heute (9. März) zu einem Infoabend ein. Ab 19.30 Uhr können die Räume der Grundschule Mandern und der Container besichtigt werden. Ab 20 Uhr nehmen im Jugendheim Mandern Vertreter von VG und ADD Stellung zum aktuellen Sachstand. Extra Zukunft des Gebäudes in Waldweiler: Was mit der nun leer stehenden Schule in Waldweiler passiert, ist vorerst noch offen. Die VG hat einen Sachverständigen beauftragt, der zunächst die Kosten für die fälligen Renovierungsarbeiten ermitteln soll. Klar ist, dass die VG das Gebäude abgeben will - und zwar entweder an die Ortsgemeinde oder einen privaten Käufer. Waldweilers Ortsbürgermeister Manfred Rauber (SPD) weist darauf hin, dass der Gemeinderat bereits am 15. März darüber entscheidet, ob die Kommune das Gebäude übernimmt. "Wir werden dann aber sicher einige Forderungen stellen und erwarten schon, dass die VG umgehend die Sicherheitsmängel abstellt", sagt Rauber. Dass Waldweiler seine Schule verliert, bezeichnet er "als sehr schmerzlich. Jeder Ortsbürgermeister wird versuchen, seine Schule so lange wie möglich im Dorf zu behalten". Wegen der Schülerzahlen müsse man aber "den Tatsachen ins Auge sehen". Ärgerlich sei für ihn aber die Art und Weise, wie das Aus für die Schule in Waldweiler gekommen ist. "Wäre nicht die Sache mit den Sicherheitsmängeln gewesen, hätten wir uns in Ruhe auf den möglichen Verlust vorbereiten können", so Rauber. (ax)