1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Tanklager in Mertert wieder Thema der luxemburgischen Politik

Wirtschaft : Irritation nach Minister-Aussage zu Tanklager-Ausbau in Mertert

Es sind nur zwei Sätze in einer Antwort von Minister François Bausch auf eine parlamentarische Anfrage, trotzdem sind die Sorgen an der Obermosel wieder da. Es geht um den ungeliebten Ausbau des Merterter Tanklagers.

Eigentlich wollte die luxemburgische Parlamentariern Oktavie Modert (Christlich soziale Volkspartei) auf ihre parlamentarische Anfrage nur etwas zur Entwicklung des „Flussverkehrs auf der Mosel“ während der Corona-Pademie erfahren. Dann war es wieder da, ein Thema, das fast acht Jahre lang zu lautstarken Protesten in Temmels und Grevenmacher geführt hat: der mögliche Ausbau der riesigen Treibstofftanks, den die Anrainerkommunen aus Sicherheits- und Umweltgründen ablehnen.

Der luxemburgische Mobilitätsminister François Bausch (Die Grünen) führt auf zwei Seiten aus, dass der Warenumschlag von 2019 auf 2020 zurückgegangen ist. In seiner letzten Antwort formuliert er dann zwei Sätze, die es aus Sicht der Kritiker des Tanklagerausbaus in sich haben. „Der Import von Ölprodukten geschieht zurzeit zum größten Teil über die Straße. Ein größerer Anteil auf der umweltfreundlichen Wasserstraße würde durch den Ausbau der Anlagen im Merterter Hafen möglich“, heißt es da. Gemeint sind damit die Tanks der Firma Tanklux im Merterter Hafen. Deren Erweiterung von 60 000 auf geplante 150 000 Kubikmeter ist in Luxemburg von 2007 bis 2018 lange Zeit diskutiert und schließlich wegen des Widerstands in den Nachbargemeinden zu den Akten gelegt worden. Obwohl sich 2018 sowohl der damalige Wirtschaftsminister Etienne Schneider als auch der damalige Arbeitsminister Nicolas Schmit öffentlich gegen den Tanklagerausbau ausgesprochen haben, ist das Schreckgespenst nun wieder da. Und das obwohl die beiden damaligen Minister zur LSAP gehören, die immer noch an der luxemburgischen Regierung beteiligt ist.

Der Bürgermeister der Gemeinde Grevenmacher, Leon Glóden (CSV), ist alarmiert. Er versichert auf TV-Anfrage, dass er und die Gemeinde weiterhin Widerstand gegen das Tanklager leisten würden. Dass das Thema überhaupt wieder angesprochen werde, könne er nicht verstehen. Schließlich sei damals gesagt worden, dass es in der untersten Schublade liege und nicht mehr hervorgeholt werde.

Auch Herbert Schneider, Ortsbürgermeister im deutschen Temmels, ist irritiert von dem Vorstoß des Ministers. Eigentlich sei das Thema ja erledigt gewesen, sagt er im Gespräch mit dem TV. Er sei in Kontakt mit Gloden und der Widerstand gegen das Lager könne jederzeit wieder verschärft werden, sagt er. Höhepunkt des Protests gegen die Erweiterungspläne war ein grenzübergreifender Protest-Sternmarsch, an dem sich 2015 rund 600 Menschen von beiden Seiten der Mosel beteiligt haben.