Tarantulas Mahlzeit

HERMESKEIL. Einmal in der Woche schlagen sie zu, die Spinnen, Skorpione und der Tausendfüßler, die derzeit im Naturpark-Informationszentrum in Hermeskeil zu bestaunen sind. Dann füttert Sebastian Wadycki die sechzig Tiere.

Mit einer Pinzette packt Sebastian Wadycki eine lebende Grille aus der Packung und führt sie in das Terrarium ein. Ruckartig umklammert der schwarze Skorpion das Insekt und frisst es. Einmal in der Woche füttert Wadycki die Tiere, die noch bis Sonntag in der Ausstellung "Faszinierende Welt der Spinnen" im Naturpark-Informationszentrum in Hermeskeil zu bewundern sind. Auf dem Einkaufszettel: 100 Grillen

Am Vormittag hat der Spinnenliebhaber in einem Zoofachgeschäft eingekauft: hundert Grillen. Das reicht bei Weitem aus, denn die Vogelspinnen und Skorpione sind "Kostverächter". "Sie brauchen nicht sehr viel Energie, deswegen essen sie sehr wenig", sagt der Aussteller. Sie seien gut zu halten, was die Fütterung betreffe, fügt er schmunzelnd hinzu. Wadycki macht das Nahrungsangebot, aber wer zugreift, das sei nicht wirklich kalkulierbar. Faktoren wie Unruhe, oder in welcher Phase sich die Vogelspinne oder der Skorpion befindet, spielen eine Rolle. Dass die Tiere einmal wöchentlich mit Nahrung versorgt werden, grenzt an Luxus, wenn man die Bedingungen außerhalb der Terrarienwelt betrachtet. So nehmen Spinnen einen Monat vor und nach der Wechselhäutung keine Nahrung zu sich. "Der unglaublich anpassungsfähige Pyramidenskorpion hat eine Hungerzeit von 22 Monaten überlebt", erzählt Wadycki. Auch die "Schwarze Witwe", die giftigste Spinne der Welt, ist bescheiden, wenn es um die Nahrung geht. An diesem Tag "serviert" Sebastian Wadycki nur Grillen, die Vogelspinne, die es sich auf einem Felsblock gemütlich gemacht hat, würde auch Mäuse fressen. Tausendfüßler mit 288 Beinen

Das wäre nichts für den einzigen Tausendfüßler mit den 288(!) Beinen, der zu den Tracheentieren gehört und enger mit den Insekten als mit den Spinnen verwandt ist. Er ist Vegetarier und ernährt sich ausschließlich von Salat, Äpfeln oder Orangen. "In den letzten Wochen haben 3500 Interessierte die Ausstellung besucht und teilweise ein neues Verhältnis zur faszinierenden Welt der Spinnen aufgebaut", sagt Gudrun Rau, Geschäftsführerin des Naturpark-Informationszentrums. Besonders habe sie gefreut, dass zahlreiche Schulklassen aus Hermeskeil und Umgebung das einmalige Angebot angenommen hätten. Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Sonntag, 26. Februar, zu sehen. Sebastian Wadycki steht den Besuchern von 10 bis 18 Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung.

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