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Tawern soll neue Turnhalle bekommen

Tawern soll neue Turnhalle bekommen

Die Tawerner Turnhalle soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Konzer Verbandsgemeinderat mit großer Mehrheit gefällt. Nur die Grünen waren dagegen.

Konz. Neubau oder Sanierung? Das war die Frage, mit der sich der Konzer Verbandsgemeinderat Konz in puncto Tawerner Turnhalle auseinandergesetzt hat. Als erster Redner erteilte Sascha Gottschalk, Fraktionsvorsitzender der Grünen, dem Neubau eine Abfuhr und äußerte einen Verdacht: Die Zahlen der Verwaltungsvorlage würden nur dazu dienen, den Neubau zu rechtfertigen.
Seine Argumentation: Der Landesrechnungshof fordert bei maroden Gebäuden einen Neubau für den Fall, dass die Sanierungskosten bei mindestens 85 Prozent der Neubaukosten liegen. Und just diese 85 Prozent werden bei der Schätzung eines Architekten für Tawern um 8000 Euro überschritten. Eine neue Halle soll demnach mit 1,52 Millionen Euro zu Buche schlagen, die Sanierung mit 1,3 Millionen Euro. Gottschalk ergänzte zudem: "Wir wissen aus Erfahrung, dass selten die Neubaukosten wie geplant erreicht werden."
Das traf auf Widerrede. Josef Weirich (CDU) entgegnete: "Auch bei einer Sanierung weiß man nicht, wie teuer die wird." Das Gebäude sei marode von unten bis oben. Das Problem sei die Gründung, Wasser dringe von unten ein. Ein Neubau sei berechenbarer und solle ja auch 30, 40 Jahre halten.
Bürgermeister Karl-Heinz Frieden forderte den Architekten Rüdiger Sattler auf, zu erklären, wie er zu den Zahlen gekommen sei. Dieser versicherte, man habe nichts weggelassen oder dazugenommen und habe - wie bei Kostenermittlungen vorgeschrieben - mit Massenermittlungen und Kostenkennwerten gerechnet. Unklar sei bei der Sanierung, was im derzeit verdeckten Boden auf die Planer zukomme. Zum Neubau erklärte er, bei einer ähnlichen Halle, die vor vier Jahren in Konz errichtet worden sei, hätten die Kosten bei 1,25 Millionen Euro gelegen.
Der Tawerner Egon Sommer (SPD) merkte an: "Ich war zunächst skeptisch gegenüber einem Neubau. Aber ich kenne die Halle seit 35 Jahren: Die Grundsubstanz ist im Eimer. Der Boden ist faul, das Wasser strömt durchs Dach und die Heizung ist marode."
Der Rat stimmte schließlich mit 23 zu drei grünen Stimmen für einen Neubau. Das Geld soll im Haushaltsplan 2015/2016 eingeplant werden. mai