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Tawerner Rat entwickelt Golfpark-Pläne weiter

Tawerner Rat entwickelt Golfpark-Pläne weiter

Nach der Auflösung des Planungsverbands müssen nun die Gemeinden Tawern und Temmels ihre Golfpark-Pläne getrennt voneinander erörtern. Der Tawerner Rat hat sich am Donnerstagabend über die neuen Entwürfe informiert und die öffentliche Beteiligung beschlossen.

Tawern. Das Ziel der Tawerner CDU-Ratsmehrheit ist weiterhin klar: Die Christdemokraten wollen die Planungen zum Golfpark auf dem Fellericher Plateau mit mehreren hundert Wohneinheiten, Hotel und 27-Loch-Anlage voranbringen. Nun haben sie am Donnerstag nach zweistündiger Diskussion im Rat den nächsten Schritt im Bauleitverfahren durchgesetzt: einen neuen Aufstellungsbeschluss mit Einbeziehung eines Teils der Landesstraße und die öffentliche Beteiligung zum leicht geänderten Entwurf des Bebauungsplans auf Tawerner Gebiet.

Kurz zuvor hatte der von den Investoren beauftragte Planer Klaus Zimmermann vom Bitburger Büro ISU die Veränderungen und Details der Baugebiet-Planung auf Tawerner Land vorgestellt. Die neuen Pläne sehen vor allem zwei neue Vorgaben vor: Die luxemburgischen Investoren haben die Zahl der geplanten Wohneinheiten von 400 auf 300 zurückgeschraubt. Dadurch sind zehn Hektar Land weniger bebaut, die laut Ortsbürgermeister Josef Weirich nun dem Golfplatz-Areal zugeschlagen werden. Die Konsequenz: Auf Tawerner Gelände würde theoretisch eine eigenständige Neun-Loch-Anlage entstehen können.

Nur mit Golfplatz und nur mit Temmels



Doch Weirich und CDU-Fraktionssprecher Thomas Müller wurden nicht müde zu betonen: "Wir wollen nur das Gesamtprojekt." Und das setze das Ja der Temmelser zur geplanten 18-Loch-Anlage auf deren Grund und Boden voraus. Auch die Investoren seien allein an dem Großprojekt interessiert, sagte Weirich. Die Frage, ob allein das Tawerner Gebiet zur Umsetzung des Vorhabens ausreiche, sei verneint worden.

Die Tawerner Sozialdemokraten übten hingegen weiterhin Kritik an den luxemburgischen Plänen auf ihrem Gebiet. Fraktionssprecherin Karla Kroon brachte zunächst ihr Unverständnis zum Ausdruck, warum nun so eilig entschieden werden müsse. Schließlich sei zunächst Temmels gefragt, weil es den Großteil des Golfplatzes auf seinem Land habe. Und laut Vertragsvereinbarung mit den Investoren müsste zunächst mit dem Bau des Grüns begonnen werden. Zudem zweifelte sie unter anderem daran, ob ein neuer Golfplatz überhaupt wirtschaftlich zu unterhalten und die Nachfrage von Tawerner Bürgern nach Bauland im vermutlich gehobenen Preissegment vorhanden sei.

Orts-Chef Weirich entgegnete zum Punkt des kritisierten Zeitdrucks, dass im Frühjahr nächsten Jahres die Grundstücksverträge zwischen den Investoren und den Eigentümern ausliefen: "Entweder ist bis dahin planerisch alles in trockenen Tüchern oder das war's." Und was die Wirtschaftlichkeit von Golfplätzen angehe, vertraue er zum einen auf die ihm bislang entgegengebrachten Interessensbekundungen nach einem hochwertigen Golfplatz in der Region und zum anderen darauf, dass Fachleute an der Planung des Tawerner-Temmelser Projekts beteiligt seien.

Zudem bekräftigte Tawerns Rechtsanwalt Klaus Laubenstein auf die Zweifel der Sozialdemokraten hin, dass der zwischen den Investoren und den beteiligten Gemeinden geschlossene Projektentwicklungsvertrag noch immer gültig und wirksam sei.

Nach weiteren Diskussionen und dem Austausch bekannter Argumente wurde mit neun Ja- und sieben Nein-Stimmen der Vorentwurf des Bebauungsplans zum Golfpark-Projekt auf Tawerner Gelände verabschiedet. Es folgt nun die Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang soll es eine öffentliche Informationsveranstaltung geben.

Am 21. April trifft sich der Temmelser Gemeinderat, um ebenfalls über die Golfpark-Pläne auf seinem Terrain zu diskutieren. Auch und vor allem die Untersuchung zu den schallschutztechnischen Auswirkungen der Golfpark-Nutzung steht auf der Tagesordnung. Bereits in Tawern hat Planer Zimmermann erörtert, dass der Golfpark keine zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen an bestehenden Gebäuden in Tawern, Fellerich und Temmels erforderlich mache.