Tawernerin im Einsatz für Kinder in Uganda

Sarah Bidinger ist 23 Jahre alt und kommt aus Tawern. Sie hat an den Universitäten Maastricht und Singapur International Business studiert und arbeitet bei einer Unternehmensberatung in Luxemburg. Vor kurzem war sie aber einen Monat lang als freiwillige Helferin in Uganda. Ihre prägenden Erfahrungen hat sie für den TV zusammengefasst.

Bussis, Babys und Begeisterung: Sarah Bidinger hat eine aufregende Zeit in Uganda erlebt.Foto: Privat

Im Mai habe ich Freiwilligenarbeit in einer Vorschule in Uganda gemacht. Ich wollte mich schon immer ehrenamtlich engagieren - und zwar dort, wo Hilfe wirklich benötigt wird. Uganda zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, zehn Prozent der Menschen sind HIV-infiziert und nur knapp die Hälfte hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Außerdem liebe ich Herausforderungen und wollte die Erfahrung machen, ohne unseren gewohnten Luxus zu leben. Ich finde es wunderschön, die Lebensumstände einiger Kinder zu verbessern.
Außerdem ist es schon seit langem mein Traum, ein Kind in Afrika finanziell zu fördern. Um sicherzugehen, dass mein Geld auch wirklich in die richtigen Hände kommt, wollte ich mich selbst auf die Suche machen. Nun bin ich Patin des vier Monate alten, zuckersüßen Jonathan.
In Uganda habe ich täglich Babys betreut und Kleinkinder in Englisch unterrichtet. Zudem habe ich die Schule mit neuen Spielsachen und Schreibmaterialien ausgestattet. Einige Male habe ich (meistens an Malaria) erkrankte Kinder ins lokale "Krankenhaus" gebracht und ihre Behandlung und Medikamente bezahlt. Die Kosten für die notwendige medizinische Versorgung würden ein Monatsgehalt der Eltern der kranken Kinder übersteigen.
Oft haben zwei andere Freiwilligen und ich Kindern in unserem Ort beim Tragen ihrer Wasserkanister von der Wasserstelle geholfen: Ein Erlebnis, das sie, als auch wir, so schnell nicht vergessen werden.
Armut und Großzügigkeit


Während meines Aufenthaltes bin ich komplett in das lokale Leben eingetaucht: Vom Verzehr traditioneller Gerichte und dem Besuch heimischer Discos über das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel - manchmal mit Hühnern auf dem Schoß - habe ich alles mitgemacht.
Seit meiner Rückkehr weiß ich das Leben in Deutschland mehr zu schätzen. In Uganda war Stromausfall Normalzustand, das Handy- und Telefonnetz funktionierte fast nie, und das Wasser in der Dusche war, wenn überhaupt vorhanden, eiskalt.
Obwohl die Menschen, die ich dort kennenlernte, absolut nichts besitzen, sind sie die dankbarsten, die ich je traf - und gleichzeitig die großzügigsten. Die Kinder sind schon überglücklich, wenn sie Steine oder einen Autoreifen zum Spielen finden. Mütter fallen einem weinend um den Hals, wenn man ihren Kindern einen Schulranzen für umgerechnet fünf Euro kauft.
Keiner meiner Auslandsaufenthalte war so bereichernd und unvergesslich. Teilweise ist es schwer zu akzeptieren, dass man als einzelner kein ganzes Land "retten" kann. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase in die fremde Kultur hätte ich ohne Probleme noch viele weitere Monate dort verbringen können.
Nicht umsonst wird das Uganda die "Perle Afrikas" genannt - meiner Meinung nach zu einem großen Teil wegen seiner Einwohner. Nun möchte ich mehr Menschen dazu ermuntern, Freiwilligenarbeit in diesem traumhaften Land zu machen. Falls jemand Interesse hat, bin ich gerne bereit, Kontakte vor Ort herzustellen. Trotz der kurzen Zeit konnte ich doch einen kleinen Beitrag dazu leisten, ein paar Menschen etwas Gutes zu tun.
Am Tag meiner Abreise wusste ich: Dies ist nicht das Ende meiner Freiwilligenarbeit in Uganda, sondern der Beginn.
Sarah Bidinger