Temmelser Geheimnis gelüftet: Rätselraten um Skulpturen an der Obermosel beendet: Schöpfer meldet sich beim TV
Temmels · Wochenlang haben die Holzrahmen mit den fünf orangen Kugeln für Gesprächsstoff in Temmels gesorgt. Niemand konnte sagen, wer die Objekte aufgestellt hat. Uwe Fischbach klärt nun das Mysterium auf.
Temmels. Weder der Ortsbürgermeister von Temmels noch die Verbandsgemeinde konnten sagen, wer die Holzrahmen mit den orangen Tischtennisbällen in der Mitte, die an einen Rechenschieber erinnern, aufgestellt hat. Auch die Temmelser Bürger konnten sich keinen Reim darauf machen. Selbst Diskussionen auf privaten Facebook-Seiten führten nicht zur Aufklärung des Mysteriums.Spekulationen, aber keine Lösung
Über Sinn und Zweck der Objekte, die an den Ortsrändern von Temmels stehen, gab es wilde Spekulationen: Einige Temmelser dachten, dass die fünf Kugeln darauf hinweisen sollen, sich an Tempo 50 auf der Straße zu halten. Andere dachten, da habe sich ein Spaßvogel einfach einen Scherz erlaubt.
Als schließlich im TV ein Bericht über die merkwürdigen Holzrahmen erschien, wandte sich der Verursacher des Temmelser Geheimnisses an die Redaktion, um es lückenlos aufzuklären.
Besuch bei Uwe Fischbach in Temmels. Der 51-Jährige klärt alle über den Hintergrund der mysteriösen Holzrahmens auf: "Ich wollte die Wahrnehmung der Menschen schärfen und ihr Interesse für das Unbekannte und Unerklärliche wecken." Das ist ihm gelungen: Die Temmelser rätselten wochenlang. Ortsbürgermeister Herbert Schneider ist überrascht über den Urheber des Temmelser Geheimnisses: "Ich hatte wirklich keine Ahnung. Ich finde die Aktion gut. Die Überraschung ist ihm gut gelungen."
Auch Arnold Eiden von der Straßenmeisterei Saarburg war bis jetzt ahnungslos: "Bei uns haben ganz viele Leute nachgefragt, aber wir wussten wirklich überhaupt nichts. Ich finde es interessant, wie ein Kunstwerk eine solche Wirkung erzielen kann. Ein neues Verkehrsschild fällt nämlich nicht jedem Verkehrsteilnehmer auf." Die Straßenmeisterei wird die Kunstwerke nicht abbauen: "Wir haben kein Problem damit", sagt Eiden. Auch Fischbach wird seine Werke nicht abbauen.
Er freut sich, dass die Menschen über seine Kunst diskutiert haben. Er hätte nicht gedacht, dass die Gebilde so lange stehen bleiben. "Die Aktion hat besser funktioniert, als ich anfangs dachte", sagt der Künstler. Einmal sei er sogar an der Bushaltestelle darauf angesprochen worden. "Da habe ich natürlich verneint", schmunzelt er.
Es habe ihn gereizt, etwas Kontrastreiches in die Natur zu stellen: "Die schwarze Holzkiste mit den orangen Kugeln sollte ein Eyecatcher sein." Ganz ohne Zweifel war Fischbach dabei nicht: "Ich habe gedacht, dass ich vielleicht eine Anzeige bekomme wegen illegaler Müllentsorgung oder Landfriedensbruchs. Ich war auf alles gefasst."
Doch ganz im Gegenteil, seit Ende April stehen die Holzrahmen fast unberührt in der Temmelser Landschaft. Lediglich ein paar Kinder verschieben ab und an die orangefarbenen Kugeln.
An einem regnerischen Tag habe er die Objekte aufgestellt. Er sei sogar dabei gesehen worden und wundere sich, dass derjenige ihn nicht verraten habe.
Fischbach beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren als Künstler mit verschieden Materialien: "Was ich in die Hände kriege, verarbeite ich", erzählt Fischbach, der 25 Jahre lang beim Tabakhersteller JTI angestellt war. Er hat bereits die verschiedensten Kunstwerke geschaffen, wie Bilder, Kerzenständer, Lampen, Holzobjekte und Schmuck. Mit seinen Werken möchte er dem Betrachter Raum für Interpretationen geben. Genau wie bei den mysteriösen Holzrahmen in Temmels.