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Temmelser Schloss: Der Weg ist das Ziel

Temmelser Schloss: Der Weg ist das Ziel

Der geplante Ausbau des Temmelser Schlosses zu einem Hotel-Restaurant stockt schon länger. Die Bau-Erlaubnis für die vier Nebengebäude mit 42 Wohnungen ist noch nicht da. Der Knackpunkt: Der Investor muss noch einen Plan vorlegen, wie Autofahrer das Gelände erreichen können.

Der Radweg am Schloss in Temmels soll zukünftig als Zufahrt genutzt werden. Foto: Friedemann Vetter

Es ist still geworden um den geplanten Ausbau des Georgshofs - auch Temmelser Schloss genannt. Doch das Interesse an dem Gebäude ist groß. Täglich fahren schließlich mehr als 12.000 Autofahrer auf der B419 an dem Gebäude vorbei. Immer wieder fragen die Pendler, was denn jetzt los sei mit der geplanten Sanierung. Seit 2010 - als Arbeiter dem Gebäude neue Fenster und ein neues Dach verpasst haben - ist an dem Gebäude nichts verändert worden - zumindest nichts, was von der Straße aus zu sehen ist. Auch die Temmelser und die Ortsgemeinde warten gespannt darauf, dass es an dem Prestigeobjekt vorangeht. Der italienischstämmige luxemburgische Investor Vincenzo Logrillo will schließlich etwa zwölf Millionen Euro in das Hauptgebäude, vier neue Nebengebäude und das 1,2 Hektar große Grundstück stecken. Weil es sich um ein Privatprojekt handelt, hat die Gemeinde jedoch keinen großen Einfluss auf den Projektfortschritt. Untere Moselstraße im Visier Das Gesamtkonzept sieht den Ausbau des Herrenhauses zu einem Hotel-Restaurant mit Veranstaltungsräumen vor. Außerdem sind vier Nebengebäude mit 42 Wohneinheiten und eine Tiefgarage mit 80 Stellplätzen geplant. Allerdings ist die Frage nach der Zufahrt zu dem Gelände noch nicht geklärt. Ein Bauantrag liegt der Verbandsgemeindeverwaltung Konz auch schon länger vor. Auf TV-Anfrage erklärt der Konzer Architekt Franz Conen, der das Projekt für Logrillo betreut, warum es noch keine Bauerlaubnis gibt. Es werde noch ein Konzept für die An- und Abfahrt gebraucht - unter anderem, weil das Linksabbiegen auf die B.419 in Richtung Konz an der Stelle nicht erlaubt sei. Zurzeit werde in Betracht gezogen, die Untere Moselstraße, über die jetzt der Mosel-Radweg führt, für die Erschließung des Grundstücks zu nutzen. Ohne ein Konzept für die Zufahrt zum Gelände gebe es keine Bau-Erlaubnis für den Investor, sagt auch Achim Lutz, Sprecher der Verbandsgemeindeverwaltung Konz, die für die Genehmigung zuständig ist. Ortsbürgermeister Joachim Mimler sichert dem Investor bei der Planung die Unterstützung der Gemeinde zu. Dazu habe es im vergangenen Monat ein Treffen gegeben. Zurzeit erstelle der Investor ein Gutachten. Mimler betont aber, dass die Gemeinde keine Kosten für den eventuell notwendigen Ausbau der Unteren Moselstraße übernehmen werde. Logrillo hatte im Winter 2010 gegenüber dem TV angekündigt, dass er die Nebengebäude vor dem Haupthaus bauen und das Gesamtprojekt zurückstellen wolle, um zuvor ein größeres Bauprojekt in Grevenmacher abzuschließen (der TV berichtete). Der Wohnkomplex in Grevenmacher ist laut Conen bald fertig. Auf einen Zeitplan für das Projekt auf der deutsche Moselseite will er sich aber noch nicht festlegen.

Extra: Der Georgshof Der Georgshof ist ein ehemaliges Landgut des Trierer Deutschherrenordens. Das Hauptgebäude - auch Temmelser Schloss genannt - wurde 1785/86 errichtet. Neben dem Herrenhaus gab es noch zwei Nebengebäude, einen Gartenpavillon und eine Gruftkapelle auf dem Gelände am Moselufer. Im 19. und 20. Jahrhundert hatte das Gut mehrere Besitzer. Im Zweiten Weltkrieg diente es als Flüchtlingslager. 1970 sah es so aus, als sei die aus einer ummauerten Gebäudegruppe bestehende Anlage an der Mosel dem Verfall preisgegeben. Seit 1980 steht die Anlage unter Denkmalschutz. Ab Mitte der 90er Jahre wurde das Gebäude provisorisch gesichert. Dafür wurden 1996 erstmals Zuschüsse für ein Schutzdach bewilligt. 2009 gab der luxemburgische Investor Vincenzo Logrillo bekannt, dass er die Anlage von einer über den ganzen Erdball verteilten Erbengemeinschaft für einen "interessanten Preis" gekauft habe. Die Ruinen der Nebengebäude wurden abgerissen. Das teilweise sanierte Herrenhaus soll zum Hotel-Restaurant ausgebaut werden. 2009 hatte Logrillo gesagt, dass das Gesamtprojekt nach spätestens vier Jahren abgeschlossen sein solle. (Quelle: temmels.de) cmk