Temposündern auf der Spur

Trassem · Die großen Brocken an Investitionen wie die Sanierung des Bürgerhauses und die Erweiterung des Kindergartens hat Trassem in den letzten Jahren hinter sich gebracht. Jetzt geht der Haushalt in einer Konsolidierungsphase. Ausgeglichen ist er dennoch nicht. Zur Verkehrsberuhigung im Ort soll ein Messgerät beitragen.

 Bitte recht freundlich: Trassem will wissen, wie oft sich das Gesicht auf dem Tempomessgerät freut oder ärgert. TV-Foto: Herbert Thormeyer

Bitte recht freundlich: Trassem will wissen, wie oft sich das Gesicht auf dem Tempomessgerät freut oder ärgert. TV-Foto: Herbert Thormeyer

Trassem. "Das neue Tempomessgerät zeigt nicht nur die Geschwindigkeit an, sie zeichnet sie auch auf", warnt der Trassemer Ortsbürgermeister Wolfgang Benter alle Raser. Auf Antrag der SPD hat der Ortsgemeinderat beschlossen, 3300 Euro auszugeben, um herauszufinden, wie viele der täglich 5700 Autos zu schnell durch den Ort fahren. "Wir werden gegebenenfalls die Polizei um Kontrollen bitten", sagt der Ortschef voraus.
"Endlich hat das mit diesem Gerät geklappt", freut sich SPD-Sprecher Bernd Koewenig. Bernhard Müller von der CDU spricht sich für den direkten Stromanschluss an Straßenlaternen aus, denn sonst würde der Akku nur acht Stunden halten. Trassem hat bereits Verkehrsberuhigungen baulicher Art in seinen beiden wichtigsten Ortsausgängen installiert. Jetzt soll herausgefunden werden, ob sie etwas nutzen oder ob im Ort erneut Gas gegeben wird. Das Messgerät mit dem lächelnden oder traurigen Gesicht soll auch häufiger den Standort wechseln, um einer Gewöhnung vorzubeugen.
Insgesamt will die Ortsgemeinde noch in diesem Jahr 241 100 Euro investieren. Nach Zuwendungen und Erstattungen bleibt ein Eigenanteil von 120 000 Euro.
Mit 145 000 Euro bleibt die Erweiterung des Kindergartens St. Erasmus zwar der dickste Brocken, wird aber damit abgeschlossen. Mit 30 000 Euro Planungskosten steht die Erschließung des Baugebietes Halstenberg an. Dem Dorfgemeinschaftshaus werden neue Stühle und Tische für 35 000 Euro spendiert.
"Der gut laufende Verkauf von Baugrundstücken trägt zwar zu einer rückläufigen Verschuldung bei. Der Haushalt ist jedoch nicht ausgeglichen", stellt Finanzexpertin Carola Weber von der Verbandsgemeinde Saarburg fest. Zum Ende letzten Jahres lag die Verschuldung Trassems bei 779 027 Euro. Das sind 661 Euro pro Einwohner.

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