1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Theaterwerkstatt Konz bringt erstes Stück auf Waldbühne Roscheid

Kultur : Theaterwerkstatt Konz feiert Premiere – Wenn Romeo und Julia außer Kontrolle geraten

Die Theaterwerkstatt Konz hat sich vor einem Jahr gegründet und bringt jetzt ihr erstes Stück auf die Bühne in Roscheid.

Bernd Blumenthal will mit seiner Truppe jetzt durchstarten: „Wir wollten ein Zeichen der Hoffnung setzen, nicht die Hände in den Schoß legen“, sagt er. Der ehemalige Lehrer des Gymnasiums Konz hat vor ziemlich genau einem Jahr die Theaterwerkstatt Konz ins Leben gerufen, um in der Pandemie sich und seinen Mitstreitern eine Aufgabe zu geben. Als früherer Leiter der Theater-AG hatte er einige theateraffine ehemalige Schüler im Auge, die auch spontan begeistert von der Idee waren, wieder Theater zu spielen.

„Es war die Lerche“ heißt das Stück von Ephraim Kishon, das nun am Freitag, 25. Juni, auf der Waldbühne des Konzer Freilichtmuseums auf Roscheid seine Premiere feiern wird. Es handelt von den Niederungen des Ehelebens von Romeo und Julia, dem wohl bekanntesten Liebespaar der Literaturgeschichte. Die beiden haben ihrem Autor William Shakespeare ein Schnippchen geschlagen und sind nicht – wie vorgesehen – am Ende ihres Stückes gestorben. Damit ist es dann auch vorbei mit der Romantik, und beide sind im Alltag angekommen. Ständige Streitereien um Geld, ihr Sexleben und ihre missratene Tochter Lukretia prägen den Ehealltag, bis schließlich Shakespeare höchstpersönlich aus dem Grabe aufersteht, um wieder Ordnung in sein Werk zu bringen.

„Wir wollten gute, aber kurzweilige Literatur spielen“, sagt Regisseur Blumenthal zur Stückauswahl. Sechs motivierte Laienschauspieler hat er zu führen, die Hauptrollen sind mit ehemaligen Schülern besetzt. Lea Fleischmann spielt die Julia, sie ist mittlerweile selbst Lehrerin und im Referendariat. Michel Kickert gibt den Romeo. Er ist im richtigen Leben Banker geworden, außerdem macht er Musik in einer Brass-Band und im Musikverein Könen. Naheliegend also, dass kickert auch gleich die Musikstücke des „heiteren Trauerspiels“ geschrieben hat.

Mit vollem Einsatz proben sie seit einigen Wochen auf der Bühne, die ersten Monate war der Kontakt pandemiebedingt auf Online-Proben beschränkt. „Das war ganz schön hart, aber die Theaterbegeisterung hat uns durch die schwere Zeit getragen“, sagt Kickert.  Bei einem Probenbesuch konnte sich der Reporter des TV davon überzeugen, dass die nötige Bühnenreife durchaus erreicht wurde. „Nun muss es auch raus, das Stück, die Zeit war lang genug“, sagt Lea Fleischmann.

Das Projekt Theaterwerkstatt sei zudem langfristig gedacht. Blumenthal und seine Truppe wollen das Kulturleben in Konz nicht nur aus der Pandemie führen, sondern auch weitere Stücke aufführen. Das aktuelle Werk dauert zwei Stunden, in der Pause gibt es ein kleines Catering mit Getränken.