Tödlicher Unfall auf Premiumweg

Ein Wanderer ist auf einem Premiumweg bei Losheim tödlich verunglückt. Der 60-jährige Mann lehnte sich gegen ein Holzgeländer und stürzte mehrere Meter in die Tiefe, als sich Latten lösten. Ein Sachverständiger soll die Unfallursache klären.

Saarbrücken/Losheim. Ein 60-jähriger Wanderer aus der saarländischen Gemeinde Eppelborn war am Sonntag mit einer Gruppe auf dem Premiumweg "Der Bergener" bei Losheim-Bergen unterwegs. Die 16 Wanderfreunde, alles Arbeitskollegen und ihre Angehörigen, die sich nach Auskunft der Polizei regelmäßig zu Wanderungen verabreden, rastete mittags um kurz nach 12 Uhr an der Sitzgruppe "In der Feels" oberhalb eines ehemaligen Steinbruchs. "Der Mann hat sich nach ersten Ermittlungen rückwärts ans Geländer gelehnt. Das Oberteil ist abgebrochen und der Mann kopfüber etwa acht bis zehn Meter in die Tiefe gestürzt. Er verstarb am Unfallort", sagte Polizeisprecher Georg Himbert. Die Kripo habe die Stelle untersucht, ein Sachverständiger sei eingeschaltet.
Eine Obduktion des Toten in der Rechtsmedizin ergab demnach, dass der Mann durch "das Sturzgeschehen, die inneren und Kopfverletzungen" verstarb. Das Birkenholzgeländer sei "asserviert" worden, so Himbert. "Wir müssen jetzt klären, ob eine Verantwortlichkeit für den tragischen Unfall gegeben ist", so der Polizist. Vom Grundsatz her habe die Gemeinde Losheim die Stangen angebracht, von denen die obere offenbar gebrochen sei.
Der Bergener ist einer von zehn Losheimer Premiumwanderwegen, wie Peter Klein, Geschäftsführer der Dreiländereck Touristik GmbH in Merzig sagte. "Charakteristisch für diesen Weg sind die vielen idyllischen Plätze, die zum Verweilen einladen. Man sollte sich deutlich mehr Zeit mitbringen, um die vielen Rastplätze genießen zu können", heißt es auf der Webseite des Wanderinstituts, das den Weg bis 2013 zertifizierte.
Regelmäßige Kontrollen



Losheims Bürgermeister Lothar Christ (SPD) sagt, der Bergener sei am 15. März dieses Jahres von einem Mitarbeiter der "Touristischen Qualitätssicherung" bei der Tourismuszentrale Saar (TZS) abgegangen und auf Mängel kontrolliert worden. "Dabei wurden Mängel festgestellt, aber nicht an dieser Stelle", so Christ. In dem Prüfprotokoll sind zehn Mängelstellen mit Fotos dokumentiert. Der Unglücksort ist nicht darunter. Weiter heißt es in dem Bericht: "Die Rast- und Ruheplätze wurden intakt und sauber vorgefunden."
Neben diesen jährlich stattfindenden Begutachtungen der Premiumwege würden diese in der Gemeinde Losheim zwei- bis dreimal im Jahr von Mitarbeitern des Eigenbetriebes Tourismus und der Gesellschaft für Infrastruktur und Beschäftigung des Landkreises (GIB) untersucht, so der Bürgermeister. Das Geländer, das bei dem Unglück nachgab, ist Christ zufolge im Mai 2011 erneuert worden - nicht aber der Stützpfosten, an dem die Holzstangen befestigt waren. Bei der Kripo-Untersuchung solle auch der Frage nachgegangen werden, wie viele Personen sich zum Unglückszeitpunkt an das Geländer lehnten.
Alle Brücken, Stege oder Geländer Losheimer Premiumwanderwege würden nochmals kontrolliert. "Es wäre fatal, wenn wir aus diesem Vorfall keine Lehren ziehen würden", betonte Christ. Klein berichtet, dass alle Kommunen im Landkreis Merzig- Wadern bei einer Krisensitzung beschlossen hätten, eine Sonderprüfung der Premiumwege vorzunehmen. "Es gibt kaum eine Wanderwegegruppe, die so häufig kontrolliert wird wie unsere Premiumwanderwege", erklärte Klein.