Tourismus

Zum Bericht "Nationalpark: Hermeskeil wartet ab" (TV vom 22. Juni):

Wenn ich den Grundgedanken richtig verstanden habe, dann heißt es beim Konzept Nationalpark: Mensch oder Natur. Der Mensch soll sich zurückziehen, damit die Natur besser geschützt werden kann - und so für ihn noch attraktiver wird! Was aber hier in den "Adelsstand" erhoben werden soll, ist eine über Jahrhunderte durch den Menschen geprägte Kulturlandschaft. Nationalpark klingt erst einmal gut. Allerdings sind die Bäume und Wege dieselben. Das Wegenetz soll eingeschränkt, Premium-Wanderwege sollen eventuell abgestuft werden. Ein neuer Name birgt also die Hoffnung auf einen deutlichen Entwicklungsschub, wie das? Die Region bleibt auch unter neuem Namen strukturschwach, der allein holt niemanden vom Sofa. Wenn damit aber Konzepte verbunden wären, die auch finanziell abrufbar sind - das wäre ein wirklicher Entwicklungsschub. So sehen sich die Verantwortlichen aufgerufen, neben den ohnehin offenen Fragen von der Landesregierung im fernen Mainz außer Lippenbekenntnissen konkrete Hilfen zu fordern. Es ist ein guter Gedanke, mit den Pfunden zu wirtschaften, über die wir verfügen. Nachhaltig und sorgsam. Mag es auch ein Anachronismus sein, sich aus der Natur verbannt zu sehen und gleichzeitig fragen zu müssen, wie denn das jetzt finanziell verwertbar sei. Aber irgendwo müssen ja die schon spekulierten "jede Menge neue Arbeitsplätze" herkommen. Liebe Landesregierung im strukturstarken Mainz: Ein Nationalpark würde unsere Region zweifelsohne adeln. Aber der Mensch sollte sich mit seinen Bedürfnissen darin wiederfinden. Also: Mensch mit Natur. Das hat hier seit Jahrhunderten schon funktioniert. Ulla Kolling, Neuhütten

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