Traditionsforsthaus wird 175

Vor 175 Jahren ist das Forsthaus Klink bei Mandern erbaut worden. Heute ist es eine Institution im Hochwald, die weit über die Grenzen der Region bekannt ist. Der Grund: Einer alten Tradition verpflichtet, führt Revierleiter Harald Hörle zusammen mit Frau Brigitte eine Gaststätte im Forsthaus.

Mandern. (ax) Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, als die Region noch preußisch war, standen in den Wäldern im Schatten des Teufelskopfs die sogenannten Klinghütten. Das waren Unterkünfte für Waldarbeiter, die nahe den Orten Mandern und Waldweiler Holz einschlugen, aber auch Erz abbauten.

"1835 hat man sich eine dieser Hütten ausgeguckt und zum Forsthaus ausgebaut", erzählt Harald Hörle. Der 62-Jährige ist seit 1978 Leiter des circa 1450 Hektar großen Staatswald-Reviers Klink, das wegen seiner reichen Rotwild-Bestände ein beliebter Jagdgrund ist.

Vor 175 Jahren im damaligen Einheitsstil aus Stall und Wohntrakt auf einer Höhe errichtet, wurde das Gebäude 1902 aufgestockt. 1904 kam die Gastronomie dazu. Sie gibt es noch heute und ist die große Besonderheit der Klink. Denn: "Jeder Stelleninhaber musste sich seitdem dazu verpflichten, die alte Tradition aufrechtzuerhalten und die Gaststätte zu betreiben", sagt Hörle.

"Früher waren Gaststätten in Forsthäusern an der Tagesordnung. Inzwischen ist die Klink aber die einzige im Land, die noch unter der Regie des Revierleiters fortgeführt wird", erklärt Peter Schmitt, Büroleiter des Forstamts Saarburg, dem die Klink zugeordnet ist. Hörle, der seit 35 Jahren im Forsthaus zur Miete wohnt, führt deshalb einen bestimmten Prozentsatz der Gastronomie-Einnahmen ans Land und damit an den Steuerzahler ab.

Der eigentliche "Chef" in der Gaststube mit ihren 25 Plätzen und dem Biergarten vor dem Haus ist aber Hörles Gattin Brigitte. Die Förstersfrau versorgt Wanderer und Jäger mit traditioneller Verpflegung - beispielsweise hausgemachten Fleisch- oder Wurstsorten. Das Kennzeichen der Klink sei die klassenlose Gesellschaft, die dort einkehrt. "Hier sitzt der kleine Waldarbeiter neben einem französischen General oder einem Multimillionär", sagt Hörle über die Stammkundschaft.

Beliebtes Ausflugsziel in der Verbandsgemeinde



Das kann auch Kells Verbandsgemeinde-Bürgermeister Werner Angsten bezeugen, der die touristische Bedeutung des Forsthauses herausstellt: "Die Klink hat das Image des Hochwalds entscheidend mitgeprägt, ist weithin bekannt und eines der beliebtesten Ausflugsziele in unserer VG." Deshalb seien die Wanderwege auch so angelegt worden, dass sie sich an der Klink kreuzen. Außerdem wurde dort vor einigen Jahren eine Besucherkanzel zur Wildbeobachtung aufgestellt. Die Zukunft des altehrwürdigen Hauses ist allerdings ungewiss. Am 31. Dezember 2012 wird Harald Hörle in Pension gehen. Er wird dann wohl nach Trier ziehen, woher seine Frau stammt. "Ein einfacher Schritt wird das nicht. Denn etwas Besseres, als 35 Jahre lang aus der Haustür zu gehen und direkt in dem großen Dom zu stehen, in dem man arbeitet, kann einem doch nicht passieren", sagt er.

Doch was das Land mit seinem Gebäudeeigentum macht, ist noch offen. Sowohl Schmitt als auch Angsten betonen, dass es wünschenswert wäre, wenn der dann nachfolgende Revierleiter die Tradition fortführen könnte. Es ist aber auch denkbar, dass das Land aus wirtschaftlichen Gründen die Klink nach dem Ende von Hörles Dienstzeit versilbert und sie wie andere Forsthäuser an Privatleute verkauft. "Das ist eine Entscheidung, die letztendlich das Ministerium im Mainz trifft", so Schmitt.