Training ist A und O

TRASSEM. (hpü) Wenn Nikolaus Weier zur Kugel greift, herrscht meist wenige Sekunden später am Ende der Bahn ein heilloses Durcheinander. Der 50-Jährige aus Trassem ist nicht nur leidenschaftlicher Kegelsportler, sondern als solcher auch überaus erfolgreich – und zwar bundesweit.

Nikolaus Weier ist von vielen Dingen überzeugt, beispielsweise von seinem Heimatort Trassem: "Ich würde um nichts in der Welt hier weggehen", sagt er. Alleine der Gedanke daran löse eine Art innere Unruhe in ihm aus. "Selbst für eine Frau hätte ich das nicht gemacht", betont der 50-Jährige. Ob er jemals vor der Wahl gestanden hat, ist fraglich. Sicher ist: "Ich bin überzeugter Junggeselle." Überzeugt ist Nikolaus Weier vor allem von seinem größten Hobby, dem Kegeln. Seit 1976 ist er unter anderem im Trassemer Kegelsportclub "Leukbach" aktiv. Eine ruhige Kugel zu schieben, sei allerdings nicht sein Ding, erklärt der gelernte Dreher. Zwar lege er auch großen Wert auf Geselligkeit, doch die Leistung stehe im Vordergrund. Legt der Mann aus der Brückenstraße erst mal los, müssen sich seine Gegner warm anziehen. Die Erfolge des schmächtigen Junggesellen sprechen für sich: Weier ist amtierender Deutscher Meister in der Behindertenklasse bis 60 Jahre - und das nicht zum ersten Mal. Seit 1999 hat er den Titel insgesamt vier Mal gewonnen. Eine gewisse Übung hat der Trassemer inzwischen auch darin, die rheinland-pfälzischen Landesmeisterschaften für sich zu entscheiden. Bisher gelang ihm das sechs Mal. "Meinen größten Triumph feierte ich allerdings vor 26 Jahren", berichtet Weier. Damals habe er beim Landesentscheid zwar "nur" Platz drei erreicht, "doch es war mein erstes großes Turnier". Ein Erfolgsrezept habe er nicht, sagt der leidenschaftliche Kegler. "Wie bei allen Sportarten, ist regelmäßiges Training das A und O." Derzeit ist der 50-Jährige allerdings zur Tatenlosigkeit verurteilt. Vor einiger Zeit musste sich Nikolaus Weier einer Rückenoperation unterziehen und hat seither einen Krankenschein. "Die Schmerzen im Rücken sind zwar weg, dennoch tut es sehr weh, an der Deutschen Meisterschaft im Juli nicht teilnehmen zu können." Es sei fraglich, ob er jemals wieder eine Kegelbahn betreten könne. "Der Arzt entscheidet, wie es mit mir weiter geht." Bereits vor Jahren durchkreuzte ein Autounfall Weiers Lebenspläne. Seither leidet er an einer irreparablen Einschränkung der Beweglichkeit seines linken Arms. Beeindrucken ließ er sich davon jedoch nicht - zumindest im Hinblick auf seine Leidenschaft für das Kegeln. Weier trat dem Postsportverein Trier bei, um in der Behindertenklasse Leistungssport betreiben zu können. Selbst wenn es damit künftig vorbei sein sollte, langweilig dürfte es dem Junggesellen aus Trassem nicht werden. Schiebt er nicht gerade eine Kugel "mit Schmackes" über die Bahn, pfeift er Fußballspiele der Trassemer Alten Herren. Auch in der Freiwilligen Feuerwehr ist er aktiv. Außerdem gibt es in und ums Haus in der Brückenstraße ständig etwas zu tun. Trotz der aus sportlicher Sicht keineswegs rosigen Aussichten, bleibt Weier gelassen. Erst werde er alles daran setzen, wieder arbeiten zu können. Denn: "Kegeln ist schön und gut, aber mein Job geht vor."