Trassem: Bürgerversammlung und Ratssitzung zur Ortsdurchfahrt

Kostenpflichtiger Inhalt: Bürgerversammlung zum Thema Ortsdurchfahrt : Und der Trassemer Rat einigt sich doch (Update)

Grundlegende Kritik, absurde Idee, eindringlicher Appell: All das gab es in Trassems Bürgerversammlung zur Ortsdurchfahrt.

Reinhold Maes bekam für seinen Appell am Ende von Trassems Bürgerversammlung den lautesten Applaus des Abends. Dabei hatten seine Worte nichts mit dem Thema Ortsdurchfahrt zu tun, um das es eigentlich ging. Der Trassemer äußerte drei Wünsche: Die Ratsmitglieder sollten sich ganz für die Gemeinde und die Bürger einsetzen – und, wie er mehrfach betonte, dabei persönliche Befindlichkeiten und Fraktionsinteressen nicht über die Interessen der Gemeinde und Bürger stellen. Sie sollten konstruktiv im Sinne der Gemeinde und der Bürger handeln, ohne dass negative Schlagzeilen in Presse und Internetportalen zu lesen seien.

Sie sollten den Mut haben, mit gegenseitigem Respekt und Kompromissbereitschaft, Lösungen zu finden, die effektiv sind. Maes dankte den Politikern auch für ihr Engagement. Seine Worte schienen Wirkung zu zeigen. Doch mehr dazu später.

Zunächst zur Bürgerversammlung, zu der rund 45 Trassemer gekommen waren. Ihnen saßen neben Ortsbürgermeister Roland Konter und den Ratsmitgliedern Vertreter von Polizei, Forst, Landesbetrieb Mobilität und Ordnungsamt gegenüber, um Lösungsmöglichkeiten für Probleme zu erörtern, die aus dem Ausbau und der damit verbundenen Sperrung der Trasse resultieren. Auch Jürgen Dixius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, saß mit am Tisch.

Zweieinhalb Stunden lang wurde teils recht kontrovers diskutiert, was geht und was nicht. So lehnten es die Behörden, insbesondere Forstamtsleiter Helmut Lieser, einhellig und wortreich ab, die Nutzung der Waldwege für die Bewohner der Kehrbachstraße freizugeben, um ihnen größere Umwege ins Dorfzentrum zu ersparen. Naturschutzfachliche Gründe und Sicherheitsgründe sprächen dagegen, hieß es. Eine Bewohnerin der Kehrbachstraße monierte schließlich, dass weder sie noch andere, die sie kennen würde, durch den Wald fahren wollten. „Das Thema wird in Facebook hochgepusht – wie andere Themen auch. Da werden persönliche Befindlichkeiten ausgetragen“, sagte die Frau. Auch sie erhielt Applaus. Ihre Vorwürfe zielten auf den Verein Bürger für Trassem ab, eine der beiden Ratsfraktionen. Der Verein  postet regelmäßig auf seiner Facebookseite. Er hatte auch den Punktekatalog aufgestellt, der an diesem Abend behandelt wurde. Die Gruppierung hatte ihn nach einer von ihm organisierten Einwohnerversammlung zusammengetragen.

Lange diskutiert wurde auch über das Problem, dass Bewohner der Leuktalstraße am Ortsende Richtung Freudenburg nicht die innerörtliche Baustellenumfahrung durch die nur für Anlieger freigegebene Kirchstraße nutzen dürfen. Wer aus Richtung Saarburg in die Leuktatstraße fahren will, muss stattdessen die offizielle Umleitung über Kahren und Portz nehmen. Fünf Gewerbetreibende hätten deshalb Einbußen, hieß es. Was also tun? Bei Polizeikontrollen „Anlüger“ spielen und ein Anliegen lügen, wie eine Trassemerin meinte?

Oder am Trassemer Ortseingang und -ende eine Skulptur aufstellen, so dass jeder angeben kann, das Kunstwerk anschauen zu wollen und nicht lügen muss? Die Hoffnung des kreativen Ideengebers: So kommt Trassem in Satiresendungen – und in den Genuss zweier neuer Kunstwerke. Auch nach langer Diskussion gab es keine Lösung für das Problem der Leuktalstraßenbewohner, wohl aber die Erkenntnis, dass man nochmal nach einer solchen suchen sollte. Die übrigen Punkte des Abends wie Umleitungsbeschilderung, Geschwindigkeitsmessgeräte und Containerstandorte wurden schneller diskutiert.

Ein Bürger meldet sich in der Versammlung zu Wort. Foto: TV/Marion Maier
Um die 45 Trassemer sind zur Bürgerversammlung gekommen. Foto: TV/Marion Maier

In der anschließenden Sitzung schlug die Stunde des Rats. Zwar ging es los wie so oft: Nach kurzem, ruppigem Austausch überstimmte die CDU-Fraktion die Opposition. Doch nach einer von CDU-Mann Wolfgang Benter zur Beruhigung der Gemüter beantragten zehnminütigen Pause wendete sich das Blatt. Es gab einige einvernehmliche Entscheidungen (siehe Info) und sachorientierte Diskussionen.

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