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Trassem:Haus Saarburger Straße 66 weicht der Ortsdurchfahrt

Ortsentwicklung : Mehr Platz bringt mehr Sicherheit

Breitere Fahrbahn und ein Bürgersteig: Das Haus Nummer 66 in der Saarburger Straße in Trassem weicht der Ortsdurchfahrt.

Die Baufirmen arbeiten weiter an der Ortsdurchfahrt von Trassem, als gäbe es keine Corona-Krise. Ein Hindernis wird gerade abgerissen. „Das Haus Nummer 66 in der Saarburger Straße wird bis nächste Woche verschwunden sein“, verspricht Abrissunternehmer Mike Hatzlhoffer von HMB aus Dunzweiler (Kreis Kusel).

Auf zwei Aspekte legt Ortsbürgermeister Roland Konter dabei besonderen Wert: „Das war ein gemeinsamer, einstimmiger Beschluss des Ortsgemeinderates, der bereits im Mai letzten Jahres getroffen wurde, und die Umsetzung war nur möglich durch das Entgegenkommen von Ewald Boesen, dem Betreiber des Hotels St. Erasmus.“ Ihm dankt der Ortschef für die Abgabe eines kleinen Grundstückes, das erst genügend Platz für die Weiterführung der Ortsdurchfahrt schafft. „Sonst hätten wir uns den Abriss sparen können“, sagt Konter.

Was Boesen jedoch ungern im Bauschutt hätte verschwinden sehen, ist das Relief der Gottesmutter am Giebel des Hauses. Das Bildnis wurde gerettet und soll wieder eine spätere Fassade zieren.

HMB rückt mit einem 30 Tonnen schweren und 340 PS starken Bagger an, nachdem eine Woche lang zuvor das Haus innen entkernt und Schadstoffe zur Entsorgung separiert worden waren. Drei große Pakete, in Plastikfolie luftdicht verpackt, das war mal das ehemalige, asbesthaltige Dach des Hauses. „Für den Umgang mit solchen Stoffen sind wir zertifiziert“, sagt Geschäftsführer Hatzlhoffer. Bei Gebäuden können schon mal bis 50 Prozent asbesthaltige Stoffe anfallen, weiß er aus Erfahrung.

Dieses Material wurde in früheren Jahrzehnten allzu sorglos verbaut, bis festgestellt wurde, welchen Schaden es mit kleinsten Fasern an der menschlichen Lunge anrichten kann. Heute muss Asbest aufwendig entsorgt werden.

Aber auch Holzteile, wie das Gebälk, Türen, Teppichböden oder Metallteile müssen getrennt entsorgt werden. Der sogenannte Sortiergreifer am Bagger macht es möglich. Bauschutt kann auf einer Deponie recycelt und wieder verwendet werden.

Wenn das Haus Nummer 66 in der kommenden Woche von der Bildfläche verschwunden ist, dann ist wieder freie Fahrt für die anderen Firmen möglich, die bereits am vierten und letzten Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt arbeiten.

Dickster Brocken ist dabei die Sanierung der Brücke Richtung Freudenburg, mit der die saarländische Firma Peter Kehren aus Perl-Tettingen Anfang Mai beginnt. Die Vollsperrung bleibt bestehen. Die Leuktalstraße bekam inzwischen eine eigene Anbindung.

„Alles läuft reibungslos und nach Zeitplan“, freut sich Ortsbürgermeister Roland Konter. Er sieht gute Chancen, dass alles bis zum Ende des Jahres erledigt ist, auch trotz Corona.