Trassemer Wald zieht die Jugend an

Trassemer Wald zieht die Jugend an

TRASSEM. Die Lehr- und Informationshütte in Trassem nimmt mehr und mehr Gestalt an. Knapp einen Monat vor der offiziellen Einweihung sorgen 16 Jugendliche aus aller Herren Länder mit dafür, dass das Großprojekt rechtzeitig zum 17. September fertig wird. Die Frauen und Männer im Alter zwischen 16 und 25 Jahren sind Teilnehmer des Internationalen Workcamps.

Spaziergänger im Trassemer Wald sollten sich derzeit nicht wundern, wenn sie bei ihren Wanderungen neben Vogelgezwitscher und anderen Tier-Geräuschen auch englisches Stimmengewirr hören. Eine Gruppe junger Frauen und Männer aus Japan, den USA, Frankreich, Belgien, Russland, der Türkei und anderen Ländern "jobbt" zurzeit "halbtags" auf dem Halstenberg. Camp-Sprache ist Englisch

Die Teilnehmer eines Internationalen Workcamps arbeiten an und in der Lehr- und Informationshütte, die als Teil des Walderlebniszentrums Trassem entsteht (der TV berichtete mehrfach). Ihre Camp-Sprache ist Englisch. Am 5. August ist die Gruppe in Trassem angekommen, bis 26. August läuft ihr Projekt. Quartier hat die Gruppe im Bürgerhaus Trassem bezogen, wo sie schläft und sich auch selbst versorgt. Fünf Euro "Taschengeld" stehen jedem Jugendlichen pro Tag zur Verfügung. Beworben haben sich alle 16 Jugendlichen über die "Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste" (IJGD), die größte unabhängige und eine der ältesten Workcamp-Organisationen Deutschlands. "Ich wollte nach Deutschland reisen und dabei möglichst wenig Geld ausgeben", schildert der 18-jährige Guillermo Escibano aus Spanien seine Motivation, am Camp teilzunehmen. Ein ähnlicher Grund hat auch Casey Luker bewegt, in Colorado/USA ihre Koffer zu packen und ihr Zuhause für drei Wochen in die deutsche Provinz zu verlegen. Mit diesem Tausch schlägt die 25-jährige Lehrerin zwei Fliegen mit einer Klappe: "Ich wollte nach Deutschland reisen, aber auch die Zeit nutzen, um etwas mit meinen Händen zu arbeiten." Fünf Stunden täglich hat sie dazu - wie alle anderen Camp-Teilnehmer - in Trassem Gelegenheit. Nach bislang 2000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die die Mitglieder der Trassemer Ortsvereine vorwiegend an Wochenenden seit dem Spatenstich im Frühjahr 2005 geleistet haben, werden es die Jugendlichen während des Camps auf rund 1000 Arbeitsstunden bringen, schätzt Förster Dietmar Schwarz. Er betreut die Gruppe überwiegend und zeigt den Freizeit-Handwerkern, wie und wo Hand anzulegen ist. "Sie ziehen in der Hütte die Holzdecken samt einer Flachsdämmung ein, verkleiden die Innenwände und bauen die Holzfassade", beschreibt er. Roland Konter, Beigeordneter der Ortsgemeinde und Ausbilder bei der Handwerkskammer Trier, hat bereits einige Urlaubstage "geopfert", um die Gruppe bei den Arbeiten anzuleiten und um mitanzupacken. "Die Gruppe arbeitet super"

Dabei ist der gelernte Tischler angetan von den Ergebnissen: "Das klappt sehr gut mit der Gruppe. Alle sind sehr arbeitswillig und sehr diszipliniert. Für die Entwicklung der jungen Menschen ist das ein super Projekt, weil sie zupacken und Ergebnisse sehen." Das bestätigt Guillermo Escibano: "Es ist interessant zu sehen, wie das Haus langsam wächst und vollkommener wird. Ich habe aber auch etwas über mich gelernt. Bis jetzt wusste ich nämlich nicht, ob ich handwerklich etwas zustande bringe. Aber das klappt", sagt er schmunzelnd. Geplant war auch, dass die Gruppe die überdachte Grill- und Feuerstelle mit einem Durchmesser von sechs Metern gleich neben der Lehr- und Informationshütte errichtet. "Da die Luxemburger Firma wegen Betriebsferien die Douglasien-Hölzer nicht rechtzeitig liefern konnte, haut das allerdings nicht hin. Wir können nur die Fundamente vorbereiten", sagt Dietmar Schwarz. Das Geld für die Materialkosten für die Grillstelle hat Gemeinderatsmitglied Herbert Boesen über seinen Arbeitgeber RWE organisiert. Über das RWE-Förderprogramm "Mitarbeiter aktiv vor Ort" hat das Energieversorgungsunternehmen den Höchstbetrag von 2000 Euro genehmigt. 1000 Euro fließen in die Renovierung des Bauwagens, der ebenfalls auf dem Halstenberg steht und den der Waldkindergarten als Aufenthaltsraum nutzt. Die übrigen 1000 Euro sind für die überdachte Grillstelle verplant. Darüber hinaus spenden - bis auf einen - die Trassemer Ortsvereine ihren Erlös aus dem Rock-Spektakel am 2. Juli am Trassemer Stausee. 900 Euro sind zusammengekommen.