Traumschleife macht Punkte

Das Deutsche Wanderinstitut hat den Schillinger Panoramaweg mit 60 Punkten bewertet, neun mehr als vor drei Jahren. Bei den Verbesserungsvorschlägen waren auch Bürger miteingebunden. Die Ortsvertreter wollen sich jetzt verstärkt über die Folgen des demografischen Wandels Gedanken machen, ebenfalls mit Bürgerbeteiligung.

Schillingen. Die Bewertung einer Traumschleife wie dem Panoramaweg in Schillingen gilt nur für drei Jahre. Danach will das Deutsche Wanderinstitut aus Marburg wissen, ob die Betreiber das Qualitätsniveau gehalten haben. "Wir konnten uns um neun Punkte auf 60 steigern", freut sich die Leiterin der Tourist-Information in Kell am See, die eine entsprechende Urkunde an den Ortsgemeinderat Schillingen in seiner jüngsten Sitzung übergeben hat.

Strecke ein Kilometer kürzer


Gut vorbereitet gingen die Ortsgemeinde, das Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig in Losheim und die Tourist-Information in den erneuten Test, bei dem 34 Kriterien auf jedem einzelnen der inzwischen nur noch 15 Kilometer Wanderstrecke bewertet werden müssen. "Wir haben den Weg, auch unter Mitwirkung einiger Bürger im Keller Wald, um einen Kilometer verkürzt", erklärt Ortsbürgermeister Markus Franzen. Daraus ergab sich eine abwechslungsreichere Strecke und damit mehr Punkte.
"Schwachpunkte sind weiterhin die beiden Überquerungen der L 143", bedauert Touristikerin Meyer. Den Nutzern scheint die Traumschleife dennoch zu gefallen. Mithilfe einer Zähleinrichtung kam die Tourist-Information zwischen dem 9. August und 28. Oktober auf mehr als 1440 Wanderer. "Im Schnitt sind es 650 bis 800 pro Monat", weiß Meyer.
"Dieser Weg zeichnet Schillingen aus, was auch wichtig für die Gastronomie ist", freut sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Schäfer. Mit der Meinung, dass der Weg einfach schöner geworden ist, schließt sich Walter Marx von der CDU an. Den Panoramaweg schmückt nun weitere drei Jahre das Prädikat "Premium".
Nicht nur im touristischen Bereich soll Schillingen zukunftsfähig sein, sondern auch die Auswirkungen des demografischen Wandels offensiv angehen. "Die Attraktivität des Wohnens mit Grundschule, Kindergarten, Nahwärme und Lebensmittelladen bei gleichzeitigem Rückgang der Leerstände von Wohngebäuden ist zwar gut für junge Familien, doch wir müssen uns mehr den älteren Mitbürgern widmen", findet CDU-Mann Walter Marx in einem Antrag seiner Fraktion.
Vorbild für Schillingen sei das Modell betreutes Wohnen, wie es in Greimerath angeboten wird. Die CDU-Fraktion schlägt vor, zunächst Expertenrat einzuholen, die Finanzierbarkeit, Zuschussfähigkeit und potenzielle Trägerschaft zu klären, um danach die Bürger zu informieren und in die Planung des Projektes betreutes Wohnen einzubeziehen. Als ersten Impuls sollen sich alle Ratsmitglieder jetzt mit diesem Thema befassen und bei der nächsten Sitzung Ideen vortragen.
Extra

Die Kreisverwaltung lässt den Haushaltsentwurf der Ortsgemeinde Schillingen nicht einfach so passieren. Mehraufwendungen, beispielsweise bei der Gestaltung des Dorfplatzes und bei Investitionen in die touristische Infrastruktur, erforderten eine Ausweitung der Höhe von Krediten. Die Erlaubnis dazu erteilt die Kreisverwaltung nur, wenn Schillingen alle Einnahmemöglichkeiten ausschöpft. Deshalb wurde die Grundsteuer B vom Rat einstimmig von 380 auf 400 Prozent erhöht. Für den Besitzer eines durchschnittlichen Grundstückes in der Ortslage bedeutet das einen Mehraufwand von 20 bis 30 Euro im Jahr. Die Ortsgemeinde nimmt schätzungsweise 8000 Euro im Jahr mehr ein. doth