Treffpunkt der City-Schweine

SAARBURG. (pr) Die Empörung ist groß: Allmorgendlich verunzieren leere Flaschen und Dosen den Eingangsbereich der Stadthalle - Zeichen abendlicher und nächtlicher Gelage einer Jugendclique.

Stadtbürgermeister Franz-Josef Blatt, der den Tatort gestern besichtigte, wußte nur noch einen Rat: die Polizei einschalten. So kamen drei Beamte der Saarburger Polizei und nahmen auf unter der Rubrik Sachbeschädigung: Demolierte Deckenverkleidung im Eingangsbereich der Stadthalle. Tatzeit: gestern im Lauf des Abends. Zudem versicherten die Beamten, die Stadthalle im Auge zu behalten, indem sie ihr bei Streifenfahrten verstärkt Beachtung schenken werden. Hallen-Geschäftsführer Robert Hildebrand ist frustriert, spricht von einem Treffpunkt der City-Schweine und listet auf, was er in punkto Verunreinigung erlebt: Demolierte Designer-Lampen - sie wurden mit den Füßen solange getreten, bis sie umfielen, oder mit Moped umgefahren. "Und diese Lampen sind sehr teuer", versichert er. Wenn er gerade von Geld spricht, verweist Hildebrand darauf, dass alljährlich 500 bis 1000 Euro für den Kauf von Farbe erforderlich sind, um Schmierereien an der Fassade zu beseitigen. Dann deutet er in Richtung Stadthallenwand: Spuren eines Eierwurfes von gestern. "Das geht nicht mehr ab", meint er, "weil man mit einer normalen Leiter überhaupt nicht dran kommt." Dann sinnieren Blatt und Hildebrand über das Pfand im Allgemeinen und das Dosenpfand im Besonderen. "Das scheint für diese Klientel uninteressant zu sein", meinen sie. "Aber die Pennbrüder, die holen sich die Flaschen - das reicht dann für einen Kebab beim Türken." Gestern allerdings verhinderte Hildebrand dies, weil eben das Exempel statuiert werden sollte - angesichts der Empörung und der Ratlosigkeit über falsch verstandene Freiheiten.