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Trier: keine Infos zu geschützten, giftigen und gefährlichen Tieren möglich, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde krank

Rathaus kann keine Auskunft geben zu geschützten, giftigen und gefährlichen Tieren : Was in Trier kreucht und fleucht, ist derzeit unbekannt

Weil der zuständige Mitarbeiter krank ist und seine Kollegen keinen Zugriff auf die entsprechenden Computerdaten haben, kann die Stadt Trier derzeit keine Auskunft darüber geben, ob und wie viele giftige oder gefährliche Tiere in Trier gehalten werden. Wann der Mitarbeiter zurück ins Büro kommt, ist derzeit nicht absehbar.

Giftige Frösche oder Schlangen, Raubkatzen aber auch Graupapageien und Landschildkröten: Wer solche Tiere zu Hause halten will, muss das melden. Denn für giftige, geschützte und gefährliche Tiere gilt eine Anzeigenpflicht. So soll zum Beispiel kontrolliert werden, dass mit seltenen Arten kein unerlaubter Handel getrieben wird. Und dass gefährliche und giftige Tiere nur in der Obhut von Haltern sind, die sich damit auskennen. Zuständig sind die Unteren Naturschutzbehörden der Gemeindeverwaltungen.

Die Kreisverwaltung Trier-Saarburg gibt problemlos Auskunft, dass in ihrem Zuständigkeitsbereich zum Beispiel 12 Blaue Pfeilgiftfrösche leben und insgesamt 900 Tiere, die zu besonders geschützten Arten zählen. In Trier ist die Lage unklar. Denn der zuständige Mitarbeiter ist seit Monaten krank. Und seine Kollegen – insgesamt besteht die Untere Naturschutzbehörde aus vier Stellen – haben keinen Zugriff auf die fraglichen Informationen. „Wir haben wirklich alles versucht, wir kommen an die Daten nicht ran“, bedauert Rathaus-Pressesprecher Michael Schmitz gegenüber dem Volksfreund. Zwar könne die „laufende Anmeldung“ – also die Anzeige von Tieren, die neu dazu kommen – derzeit „zumindest behelfsweise“ gewährleistet werden. Alle alten Daten seien allerdings nicht verfügbar.

Die personelle Misere in der Unteren Naturschutzbehörde, die grundsätzlich für alle Belange des Umwelt- und Naturschutzes zuständig ist, brachte Dinah Hermanns bereits im Stadtrat zur Sprache: „Immer wieder liegen relevante Themen für die Untere Naturschutzbehörde an, zum Beispiel, wenn es um die Schaffung neuer Wohngebiete geht und dafür in die Natur eingegriffen werden soll oder auch beim Naturerbe­entwicklungsplan für den Mattheiser Wald.“ Seit Monaten gebe es allerdings keine Beiratsitzungen mehr. „Es entsteht der Eindruck, dass Naturschutz nicht ganz ernst genommen wird von der Verwaltung“, kritisierte Hermanns.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe betonte, dass die Untere Naturschutzbehörde Trier laut Stellenprüfung des Landesrechnungshofs mit vier Mitarbeitern „personell ausreichend ausgestattet“ sei. Dass ausgerechnet der erfahrenste Mitarbeiter so lange ausfalle und es keine funktionierende Vertretungsregel gebe, sei allerdings tatsächlich schlecht. Die Aufgaben der Unteren Naturschutzbehörde müssten künftig „auf mehrere Schultern“ in der Abteilung verteilt werden. Zuständig dafür ist bis dato Baudezernent Andreas Ludwig. Ab 1. Oktober übernimmt Oberbürgermeister Leibe die Verantwortung für das Ressort Umwelt.