Trier-Land senkt die Umlage

RALINGEN-WINTERSDORF. (LH) Gute Nachricht aus der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land: Die VG-Umlage wird nicht erhöht, sondern gesenkt. 2,5 Prozentpunkte weniger will die VG 2006 von ihren elf Ortsgemeinden haben. Wenn da Freude aufkam, lag dies nicht allein an der Vorweihnachtszeit.

Bürgermeister Wolfgang Reiland präsentierte dem Verbandsgemeinderat im Gemeindehaus Wintersdorf nicht nur einen ausgeglichenen Haushalt (einstimmig angenommen), sondern darüber hinaus ein Zahlenwerk, das eine Senkung der Umlage von 40 auf 37,5 Prozent vorsieht. Die Gesamtzahlen: Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 6,29 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt umfasst rund eine Million Euro. Ein weiterer Punkt in Reilands Betrachtung: Über die ohnehin geplante Tilgung hinaus, sollen weitere 105 000 Euro Schulden zurückgezahlt werden. Durch das Umschichten von Darlehen habe es günstige Zinskonditionen gegeben. Einsparung laut Reiland: 40 000 Euro. "Wenn mir jemand das alles so vorausgesagt hätte, so hätte ich ihm dies schlichtweg nicht geglaubt", bilanzierte der Verwaltungschef die erfreuliche Kehrtwende. Weit mehr als nur ein positiver Nebeneffekt: Von den elf Ortsgemeinden können acht einen ausgeglichenen Haushalt 2006 vorlegen. Trierweiler toppt das Ganze noch mit einer "freien Finanzspitze" von 150 000 Euro. Was sind die Gründe in den (vermeintlich) schlechten Zeiten? Mehr eingenommen und bei Ausgaben gespart

Gegenüber 2005 habe die Steuerkraft "einen beachtlichen Anstieg um 560 000 Euro" erfahren, rechnet Reiland vor. Außerdem: Bei den Schlüsselzuweisungen mache das Mehr 325 000 Euro aus. Nehme man die "Umlagegrundlagen" als Richtschnur, seien es 885 000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Erfolge sieht der Bürgermeister auch bei den Ausgaben: Mit 2,6 Beschäftigten auf 1000 Einwohner weise die VG. den "zweitgünstigsten Personalschlüssel aller 163 Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz" aus. Positiv bemerkbar machten sich die konsequente Ausnutzung von Kooperationspotenzialen sowie der effektive Einsatz der EDV. CDU-Sprecher Herbert Feltes wies darauf hin, dass es unterm Strich keine Neuverschuldung gebe und die VG den Ortsgemeinden mit 286 000 Euro (Senkung der Umlage) entgegenkomme - Geld, mit dem die Gemeinden wirtschaften könnten. Irmgard Fürst (SPD) erkannte eine "erfreuliche Tendenz", obwohl der Haushalt auch "einige Risiken" berge, etwa die drastisch gestiegenen Energiekosten bei den Schulen. Es gelte, noch größere Einsparungen zu erarbeiten. Der neue Haushalt ("Eine runde Sache") lasse "kleine Gestaltungsfreiheiten" zu, freute sich Michael Holstein von der Freien Bürgerliste (FBL). Jürgen Cordie (Freie Wählergemeinschaft) erkannte "vorsichtigen Optimismus", so dass sich in Zukunft weitere "Handlungsspielräume" ergeben könnten. In den Chor der Lobes-Hymnen reihte sich Wilhelm Deutschen ein: Durch die "deutlich verbesserten Zahlen" erhalte der Plan "unsere uneingeschränkte Zustimmung", sagte der Politiker von "Die Grünen/Bündnis 90". Einhellige Zustimmung auch beim Eigenbetrieb Abwasserwerk Trier-Land. Für 2006 sei man noch einmal an einer Gebühren-Erhöhung "vorbeigeschlittert".