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Trier-Saarburg: Satirischer Blick voraus auf 2022

Satirische Vorschau : Weinkönig, Moselseilbahn und Mehring-Milan – Was 2022 im Kreis Trier-Saarburg (eher nicht) passieren wird

Neue Jobs für politische Spitzenkräfte, eine Überraschung beim Weinfest und tierische Entdeckungen: Das alles könnte 2022 für Konzer, Saarburger und Hochwälder bereithalten – wird es aber eher nicht. Ein nicht ganz ernst gemeinter Ausblick aufs neue Jahr.

Ein neues Jahr voller Möglichkeiten steht bevor: Da kann im Raum Konz, Saarburg und Hochwald viel passieren. Der Redaktion sind dazu einige Tipps und Hinweise zugespielt worden. Aber Vorsicht: Satire!

Januar: Voller Tatendrang startet der neue Trier-Saarburger Landrat Stefan Metzdorf (SPD) zu Jahresbeginn ins Amt. Vor allem beim Thema Digitalisierung will er die Kreisverwaltung auf Vordermann bringen, das hat er im TV-Interview angekündigt. Und Metzdorf geht gleich dahin, wo’s wehtut: Er sammelt alle in den Büros verbliebenen Fax-Geräte ein und versteckt sie im Keller. Wer sie künftig nutzen will, muss zum Faxen in den Keller gehen.

Februar: Corona ist weiter Spaßbremse, der Sitzungskarneval in üblicher Form abgesagt. Die Hermeskeiler Karnevalisten vom KV Ruck-Zuck arbeiten daher an ihrer „Hybridsitzung“-Idee. Heißt: Wenige, natürlich geimpfte plus getestete Zuschauer im Saal, der Rest zu Hause zugeschaltet per Video-Livestream. Nur, wer wird vor den Bildschirm verbannt? Vorschlag: Alle, die nicht im Takt klatschen können und schon vor der Pointe lachen – man kennt ja seine Pappenheimer.

März: Nach den Wahl-Schlappen 2021 muss sich nicht nur die Bundes-CDU neu sortieren. Auch die CDU Trier-Saarburg will „den Kopf frei kriegen“ und begibt sich zur Klausur in die stille Idylle des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Beim Wandern durch den Wald kommen zwar nicht die erhofften Erneuerungsimpulse. Aber immerhin gelingt dem Saarburger VG-Chef und Ex-Förster Jürgen Dixius mit dem Handy ein toller Schnappschuss: der erste unbestreitbare Fotonachweis eines Wolfs im Schutzgebiet  – angelockt vom Geheule des Parteivorstands.

April: Die Klausur der Kreis-CDU trägt am Ende in politischer Hinsicht doch noch Früchte: Ex-Landrat Günther Schartz sucht nach einigen Monaten im Kreise der Familie eine neue Herausforderung – und zwar in Trier. Er kündigt an, im Herbst gegen Wolfram Leibe (SPD) bei der Oberbürgermeisterwahl anzutreten.

Mai: Moselaufstieg, ade – heißt es dank der neuen Ampelregierung im Bund. Doch die arbeitet schon an Alternativen, um die Trierer und Konzer Uferstraßen vom Schwerverkehr zu entlasten.  Die neue Idee: Eine solarbetriebene Seilbahn bringt Güter vom Turbokreisel bei Wasserliesch über die Mosel zu einem extra eingerichteten Güterumschlagplatz unterhalb der Autobahn Richtung Luxemburg. So muss nur ein Viertel des Waldes abgeholzt werden, der für den Moselaufstieg fallen müsste. 2075 soll das Leuchtturmprojekt Wirklichkeit werden – versprochen.

Juni: Die nächste sensationelle Entdeckung nach dem „Hunsrück-Hummer“ in der Steinbachtalsperre: Biologen sichten bei Untersuchungen für den Gewerbepark auf der Mehringer Höhe eine seltene Raubvogel-Art. Die könnte das Aus fürs Großprojekt bedeuten. Naturschützer frohlocken und sprechen liebevoll vom „Mehring-Milan“.

Juli: Corona zieht sich im Sommer zurück, nach langer Durststrecke darf wieder gefeiert werden. Konzer und Hermeskeiler sind so happy, dass sie ihr Heimat- und Weinfest und die Stadtwoche gleich auf den ganzen Monat ausdehnen. Gibt schließlich einiges nachzuholen – in Hermeskeil zum Beispiel das große Stadtjubiläum „50 + 2“.

August: Der Leiter des Gesundheitsamts Trier-Saarburg, Dr. Harald Michels, bleibt im Amt – gezwungenermaßen. Eigentlich wäre er längst im Ruhestand: Doch der Landtag verabschiedet das Michels-Gesetz, das ihn erst entlässt, sobald ein ähnlich qualifizierter Nachfolger da ist. Immerhin: Der Amtsleiter darf aus dem Homeoffice weitermachen.

September: Den Veranstaltern des Saarweinfests in Saarburg gelingt ein Coup: Erstmals krönen sie Anfang September keine weibliche Majestät, sondern einen Saar-Obermosel-Weinkönig. Es ist kein geringerer als Saarwinzer und Fernsehstar Günther Jauch. Wie es dazu kommt? Jauch verliert beim erneuten Comeback von „Wetten dass?!“ seine Wette gegen Kumpel Thomas Gottschalk. Der will ihm übrigens auch beim Outfit behilflich sein.

Oktober: Schon mal was vom Morbach-Monster gehört? Diesem Werwolf wollen amerikanische Soldaten angeblich 1988 im Hunsrück begegnet sein. Schöne Marketing-Idee fürs Halloween-Shopping, haben sich die Gewerbetreibenden aus Saarburg gedacht. Allerdings haben sie dafür ihr eigenes Werbe-Monster mit Lokalkolorit erfunden: den Leuk-Leviathan. Eine Skulptur des Seeungeheuers schmückt den Kreisverkehr unterhalb der Burg.

November: Bauprojekte dauern Jahre, oft geht es nur schleppend voran. Nicht so beim Turbokreisel in Konz. Der war Monate vorm geplanten Datum fertig. Lag’s am Namen? Die Verwaltungen in Konz, Saarburg und Hermeskeil wollen es testen und setzen nun vor jedes Großprojekt ein „Turbo“ in den Titel: Turbo-Kita-Neubau, Turbo-Schulsanierung, Turbo-Platzgestaltung – mal sehn, ob’s klappt.

Dezember: Zuletzt gab’s Spott im Netz für den Weihnachtsbaum in Konz-Oberemmel, weil der nur obenrum geschmückt war. Dieses Jahr leuchtet er dank einer anonymen Spende von oben bis unten in den tollsten Farben. Nutzer eines Online-Portals wählen ihn zum schönsten Weihnachtsbaum jenseits der Alpen.