TRIER-SAARBURG - GANZ NAH

ZERF. 1173 Einwohner hat die Hochwaldgemeinde zum gegenwärtigen Zeitpunkt und ist somit die zweitgrößte Ortschaft in der Verbandsgemeinde Kell am See. Ein reges Vereinsleben und eine intakte Infrastruktur zeichnen den Hochwaldort aus.

Mit Ärztehaus, Apotheke, Bäckerei, Gastronomie, Sparkasse und mehreren kleinen Geschäften in der Ortsmitte beweist der Ort seinen charakteristischen dörflichen Charakter. Dass die Kirche nicht unmittelbar im Zentrum liegt, empfindet niemand als störend. Sogar einen Supermarkt gibt es in der Hochwaldgemeinde. "Nachdem die Tante Emma-Läden der modernen Zeit gewichen sind, wurde in Zerf ein Supermarkt gebaut und damit die Versorgung auch für die umliegenden Ortschaften gesichert", weiß Ortsbürgermeister Manfred Rommelfanger. Der Ortschef ist stolz darüber, dass die Gemeinde, wie auch schon bei seinem Vorgänger Engelbert Jücker, immer schwarze Zahlen geschrieben und starke Rücklagen habe. "So ist es uns auch möglich, kommunale Projekte zu verwirklichen." In der Vergangenheit sei viel geschehen in Zerf mit seinen Ortsteilen Oberzerf und Frommersbach. So wurden in den vergangenen beiden Jahren zwei Neubaugebiete mit 48 Parzellen geschaffen. Geplant sei auch der Ausbau von Ortsstraßen, was eine große Belastung der Anlieger darstelle, so Rommelfanger. "Die Zahlen liegen auf dem Tisch, und die Höhe der Belastungsgrenze ist bekannt. Doch wir wollen aufgrund unserer guten Finanzlage den Gemeindeanteil hoch ansetzen und somit die Bürger entlasten." Mit 1350 Hektar Gemeindewald ist Zerf einer der größten kommunalen Waldnutzer im Hochwald. "Wir spüren daher die Entwicklungen des Waldes sehr früh", sagt Rommelfanger. Auch im negativen Sinne. "Durch die hohe Lage ist der Zerfer Wald von der Buchenkomplexkrankheit sehr betroffen. Das bedeutet einen riesigen Vermögensverlust für die Besitzer. Und es ist jetzt schon absehbar, dass wir durch die starken Borkenkäfer-Populationen im vergangenen Herbst in diesem Jahr große Probleme bekommen werden." Das Zerfer Forstamt wurde aufgelöst (der TV berichtete). Wie viele Bürger sieht auch Rommelfanger skeptisch in die Zukunft. "Wir erwarten mit Spannung den Fortgang der Forstverwaltungen." Viel habe die Verbandsgemeinde Kell am See in die Gemeinde investiert. Einen Sportplatz, an den sich drei Tennisplätze anschließen, die Regionale Schule und die Kläranlage sind die großen Projekte der Vergangenheit. Der Kindergarten für Zerf, Schömerich, Vierherrenborn, Baldringen und Paschel ist nicht mehr wegzudenken. Mit 16 Vereinen und Gruppierungen hat der Ort eine überdurchschnittliche Kapazität. Sportverein, Musikverein, Tennisverein, Heimatverein, Volkstanzgruppe, Theatergruppe und Motorsportclub präsentieren sich jährlich mit großen Veranstaltungen. Die örtliche Feuerwehr wurde vor zwei Jahren 100 Jahre alt. Neben ihrem Standort präsentiert sich der Ortsverein des DRK mit einer neu errichteten Wache. Die Gemeinde erweist sich als Familien freundlich, denn "halten wir in der Manderner Straße Baugrundstücke für Familien mit Kindern zu Sonderpreisen bereit". Eine Flurbereinigung sei angestrebt, so der Ortsbürgermeister. Anlass zu dieser Maßnahme sei der Niederwald, der in zu kleinen Grundstücken wächst und sich nicht ausdehnen könne. Das Haus "Waidmannsruh" in der Nähe des Bahnhofs diene als Übergangswohnheim zur Integrierung russischer Übersiedler und sei mit rund 70 Bewohnern fast ständig belegt.

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