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Trierer Theater ändert seine Gestalt

Trierer Theater ändert seine Gestalt

Fast auf den Tag genau 50 Jahre nach dem ersten Spatenstich für das Theater Trier wird erstmals die äußere Gestalt des markanten Baus leicht geändert: Um den Brandschutz zu verbessern, werden neue Notausgänge angebracht. Zum Theaterfest am Sonntag, 2. Oktober, sollen die Arbeiten beendet sein.

Trier. 22. Juli 1961: Oberbürgermeister Heinrich Raskin setzt den ersten Spatenstich für den Neubau des Stadttheaters am Augustinerhof an. Nun, ein halbes Jahrhundert später, verändert das markante Gebäude seine Gestalt. Zwei etwa 1,10 Meter hohe Treppen für neue Notausgänge werden angebracht: links neben dem Eingang sowie auf der gegenüberliegenden Gartenseite. Weil sie nicht bis Ende August beendet sein werden, geht mit dem Musical "West Side Story" die erste Premiere der neuen Saison in der früheren Bobinet-Halle in Trier-West über die Bühne.
Umbau für 1,2 Millionen Euro


Die Installation der Fluchttreppen ist nur ein Teil der rund 1,2 Millionen Euro teuren Umbauten zur Verbesserung des Brandschutzes und weiterer Sicherheitsvorkehrungen für Besucher und Mitarbeiter des Dreispartenhauses, die schon 2010 begonnen hatten. Die neuen Notausgänge sind Teil eines unabhängigen Rettungswegs, der es ermöglicht, schneller aus dem Großen Haus nach draußen zu gelangen. Eine variable Glasabtrennung mit Türen sorgt etwa dafür, dass bei einem Brand im unteren Foyer mit der Kasse und den Garderoben keine giftigen Gase nach oben gelangen und sich die Flammen nicht so schnell ausbreiten können. Die Bauarbeiter installieren zudem weitere Sprinkler, Rauchmelder sowie Brandschutzklappen. Die Vorgeschichte des aktuellen Theatergebäudes reicht bis ins Jahr 1959 zurück. Am 29. Januar hatte der Stadtrat in großer Einmütigkeit beschlossen, einen Neubau zu errichten. Der zunächst vorgesehene Standort an der Weberbach wurde verworfen, weil mit Blick auf die Kaiserthermen denkmalschutzrechtliche und archäologische Bedenken laut wurden.
Altes Theater im Krieg zerstört


Der Neubau nach dem preisgekrönten Entwurf von Professor Gerhard Graubner in Zusammenarbeit mit dem Trie rer Architekten Hans Schneider entstand nach einem weiteren Stadtratsbeschluss schließlich am Augustinerhof schräg gegenüber dem Rathaus.
Als sich am 27. September 1964 bei der Beethoven-Oper "Fidelio" erstmals der Vorhang für eine Premiere hob, war eine 20-jährige Improvisationsphase beendet. Das alte Stadttheater am Viehmarkt war 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.
Der Zeitplan des aktuellen Umbaus sieht vor, dass nach den Arbeiten das Große Haus und das Foyer beim Theaterfest am Sonntag, 2. Oktober, erstmals wieder für das Publikum geöffnet sind. Mit Schillers Trauerspiel "Maria Stuart" folgt die erste Premiere am 8. Oktober. Die erste Aufführung im Studio findet bereits am 29. September statt. red