Trittsichere Mädchen

SCHWEICH. Wenn der Vater mit der Tochter zum Fußballplatz fährt, dann muss sich eine große Leidenschaft dahinter verbergen. Katharina Geisen, Louisa Schneider und Emily Choma jagen wöchentlich in Schweich-Issel dem runden Leder hinterher.

Katharina Geisen ist ein so genanntes Nesthäkchen. Die beiden älteren Schwestern haben sich dem Handball verschrieben. Katharina nicht. Seit ihrem neunten Lebensjahr verbringt die Kennerin einen Großteil ihrer Freizeit auf Fußballfeldern. Anfangs habe es Schwierigkeiten mit den Eltern gegeben. "Das ist doch kein Mädchensport", hörte sie regelmäßig. Doch diese Sprüche gehören der Vergangenheit an. Nach anfänglicher Skepsis haben Opa und Papa Katharinas neues Hobby tatkräftig unterstützt. "Sie haben mich damals zum Training gefahren." Fußball spielen eigne sich hervorragend, um in Bewegung zu bleiben, Teamgeist zu zeigen und um Ehrgeiz zu entwickeln. Bis zu ihrem Kreuzbandriss im April vergangenen Jahres hielt die Kraftfahrzeugmechanikerin das Tor des TuS Issel II sauber. Sie bewundert Nationaltorhüterin Silke Rottenberg, "weil sie so gelassen ist", und Männerfußball findet die 23-Jährige brutaler als Frauenfußball. "Im Frauenfußball geht es mehr um Technik." Louisa Schneider spielt seit ihrem achten Lebensjahr Fußball. Ihre Schwester Kristin habe ihr den Weg zum Fußballfeld geebnet. "Ballett ist mir zu langweilig", sagt die 13-jährige Schülerin des Friedrich-Spee-Gymnasiums. Dass Mädchen Fußball spielen, sei eine Sache von Gleichberechtigung. Mit Wohlwollen betrachtet die Schweicherin, "dass es im Mädchenfußball bergauf geht". Anzeichen dafür sind ihrer Meinung nach, dass inzwischen Spiele übertragen werden, es Berichte in den Medien über Frauenfußball und sogar eigene Zeitschriften gebe. Louisa ist Libero. Standhaftigkeit und Ehrgeiz, Eigenschaften, die diese Position erfordere, bringe sie mit. Gerne würde sie im Sommer zu einem Weltmeisterschaftsspiel fahren. "Wir haben bis jetzt keine Tickets bekommen", sagt der Ronaldinho-Fan. Emily Choma nimmt zweimal in der Woche den weitesten Weg zum Training in Issel auf sich. Sie wohnt in der Stadt Luxemburg. Die Eltern chauffieren die elfjährige Hobby-Fußballerin seit sechs Jahren regelmäßig zu Trainingseinheiten und Spielen. Und: "In Luxemburg spiele ich in einer Jungenmannschaft", sagt Emily. Erst wenn sie 14 Jahre alt ist, habe sie die Möglichkeit, in einer luxemburgischen Mädchenmannschaft zu spielen. Die drei Kickerinnen sind sich einig, dass es ein Vorurteil ist, dass Mädchen nicht Fußball spielen sollten. Schließlich haben sie Spaß am Laufen, Springen und Tore schießen.