Triumph, Cäcilia und Concordia

Die Blasmusik hat in Kell am See eine lange Tradition. In diesem Jahr wird der Musikverein Concordia 95 Jahre alt. Ein Grund für die Mitglieder, dies gebührend zu feiern. Ein Rückblick auf die langjährige Vereinsgeschichte beleuchtet Höhen und Tiefen des Vereins.

Kell am See. Mit mehreren Veranstaltungen im laufenden Jahr werden die Keller Musikerinnen und Musiker das 95-jährige Bestehen ihres Musikvereins gebührend feiern. Den Beginn machte ein offizieller Empfang im Millenhaus mit Ehrungen verdienter Aktiver und Rückblicken auf eine bewegte Vergangenheit, moderiert von Margit Gellner.
Vorsitzender Karl-Heinz Barthel begrüßte zu der Feierlichkeit neben zahlreichen Gästen den Vize-Präsidenten des Landesmusikverbandes, Norbert Satorius, Bürgermeister Martin Alten und Ortsbürgermeister Markus Lehnen als Gratulanten.
Auf qualitativ hohem Niveau unterhielt der Jubiläumsverein während der Gratulationscour. Bereits in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts existierte in Kell ein Spielmannszug, der vermutlich von den heimkehrenden Soldaten des napoleonischen Heeres gegründet worden war, berichtet die Vereinschronik. Dieser Spielmannszug löste sich vor der Jahrhundertwende allerdings wieder auf. Da viele Männer der Gemeinde damals in den Kohle- und Erzgruben an der Saar und in Lothringen ihren Lebensunterhalt verdienten, lag es nahe, dass die 1912 neu gegründete Musikkapelle eine Bergmannskapelle wurde. Der erste Weltkrieg 1915 bereitete aber auch diesem jungen Verein ein jähes Ende. Acht Jahre später kam es zur erneuten Gründung mit dem Vereinsnamen "Triumph".
Auftritt bei Steubenparade


Viele Musikinstrumente mussten von den Musikern oftmals unter großen finanziellen Belastungen selbst gekauft werden. Manches Rind wurde dafür verkauft. Anderthalb Jahre später gründete der damalige Pastor Weber einen zweiten Musikverein mit dem Namen "Cäcilia", der ausschließlich bei Gottesdiensten mitwirken sollte.
Jeder der beiden Vereine hatte Ende der 20er Jahre über 30 aktive Musiker. 1933 wurden beide Vereine durch die NS-Herrschaft zu einer SA-Kapelle vereinigt, die ausnahmslos Parteiinteressen wahrnehmen durfte. Diese Bevormundung führte zur Auflösung des Vereins.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich dann wieder einige Männer, die den Verein neu ins Leben riefen und ihm den Namen "Gemeindeorchester" gaben. Als der Verein im Jahr 1950 das 30-jährige Stiftungsfest feierte, gab man ihm den Namen "Concordia", unter dem er in der Zukunft zahlreiche Erfolge verbuchen sollte. Wertungsspielen auf nationaler und internationaler Ebene, Aufzeichnungen durch Rundfunkanstalten, Tonträgerproduktionen und traditionelle Jahreskonzerte zeugen von der musikalischen Leistungsfähigkeit des Orchesters.
Höhepunkte der jüngeren Vereinsgeschichte waren die Vereinsfahrten 1986 nach Rom mit Audienz und Konzert auf dem Petersplatz, 1989 nach New York zur Steubenparade, und 1995 nach China mit Konzerten in Peking und Schanghai.Extra

Erwin Berens, Vorsitzender des Kreismusikerverbandes Trier-Saarburg, nahm Ehrungen verdienter Musiker vor. Für aktives Musizieren, 5 Jahre: Nina Philippi, Marie Stambusch, Marius May, 10 Jahre: Laura Becker, Anna Engler, Peter Engler, Johannes Lehnen, Simeon Lehnen, Melanie Wagner, Andreas Willger, Heide Marie Blees, Viktoria Heinisch, Felix Kramkowski, Gianina Lehnen, Simon Schneider, 20 Jahre: Andrea Henn, Josef Lehnen, Luzia Lehnen, Stephanie Thielen, 30 Jahre: Silvia Engler-Lehnen, Markus Lehnen, 40 Jahre: Vera Engler, Georg Hans, Jürgen Kramkowski, Karl-Heinz May, 50 Jahre: Thomas Blatt, Karl-Heinz Wilger, 60 Jahre: Heinz Erschens, Eddi Marx. hm