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Trübe Aussichten für Ortsumgehung Könen

Trübe Aussichten für Ortsumgehung Könen

Seit Jahrzehnten kämpfen Könener Bürger für ihre Ortsumgehung. Jetzt fehlt es noch an der Finanzierung durch den Bund. Landesverkehrsminister Hendrik Hering macht keine großen Hoffnungen auf einen Baubeginn im nächsten Jahr.

Konz-Könen. Anfang Juli jährte es sich zum sechsten Mal: 2004 waren Mitglieder der Bürgerinitiative Ortsumgehung B 51/Konz-Könen in Berlin zu Gast. Sie hatten dort der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans beigewohnt und sich mit dem damaligen Finanzstaatssekretär Karl Diller und Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster getroffen. Damals waren die Könener noch optimistisch, dass die Ortsumgehung in wenigen Jahren realisiert sei.

Unzählige Briefe, und das Warten geht weiter



Dieser Wunsch hat sich bis heute nicht erfüllt. Und auch der Optimismus weicht immer mehr der Enttäuschung. "Wir fühlen uns ohnmächtig in den Krallen des Staates", sagt Erwin Carl, Sprecher der Bürgerinitiative. Seit Jahrzehnten bemühen sich die Aktiven um den Fortgang des Bauprojekts. Unzählige Briefe und Anfragen haben sie versandt an die Politiker auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene. Landesverkehrsminister Hendrik Hering lobt die Initiative als "sehr engagiert, aber nicht penetrant".

Positive Nachrichten in Bezug auf die Ortsumgehung gibt es von Hering jedoch nicht. "Seit etwa einem halben Jahr sind wir leider in der Situation, dass wir mit dem Bund nicht über Neubauten sprechen können." Die anvisierten Ausgaben reichten vermutlich zur Weiterfinanzierung der im Land laufenden Neubau-Projekte, den Lückenschluss der A 1 bei Daun sowie den Hochmoselübergang. Im Herbst sei absehbar, ob es dennoch Geld für neue Straßen gibt. "Könen steht dabei ganz oben", sagt Hering und meint damit die Sechser-Gruppe der Projekte, die das Land dem Bund für die Haushaltsberatungen als dringlichste Maßnahmen genannt hat. Könen befindet sich dort in Gesellschaft mit den Projekten in Kastellaun, Gödenroth, Bad Bergzabern, Kirchheim und B 10/Wallmersbach-Hinterweidenthal. Eine Priorisierung innerhalb der Top Sechs gibt es seitens des Landes nicht, weil die Aussichten auf eine große Finanzspritze vom Bund mehr als trübe sind.

"Die Anwohner sind enttäuscht", sagt Carl. "Jetzt wird der Baubeginn wieder herausgeschoben." Lange haben die Könener gehofft und die Rückschläge bis zum endgültigen Baurecht hingenommen. Als dann der Planfeststellungsbeschluss im Oktober 2009 rechtskräftig wurde, hat die Bürgerinitiative gefeiert. Inzwischen haben sie keinen Grund mehr dazu. "Wir geben uns mit der jetzigen Verkehrssituation nicht mehr zufrieden", sagt Carl und fordert Geschwindigkeitsmessungen an der Ortsdurchfahrt. Das Ziel: Die Strecke soll sicherer werden. Und er macht ein Angebot: "Ich lade die Entscheider mal einen Tag und eine Nacht zu mir nach Hause ein. Dann merken sie, wie belastend das Leben an der B 51 ist."