TV-Kolumne Glaube im Alltag als Buch: Worte, die Mut und Hoffnung machen

Literatur : Worte, die Mut und Hoffnung machen

In der TV-Rubrik „Glaube im Alltag“ schreibt Rüdiger Glaub-Engelskirchen seit 2005 über Erlebnisse, die ihn in seinem christlichen Glauben stärken. Die schönsten Texte hat der Gemeindereferent jetzt in einem Buch zusammengestellt.

Oft sind es die zufälligen Begegnungen oder die kleinen Gesten im Alltag, die uns besonders berühren und zum Nachdenken bringen. Zum Beispiel die ältere Dame, der man im Parkhaus behilflich ist, weil das Auto nicht anspringt – und die einen dafür in ihr Gebet einschließen will. Erlebnisse wie diese schildert Rüdiger Glaub-Engelskirchen, Gemeindereferent der Hermeskeiler Pfarrei Sankt Franziskus, seit zwölf Jahren in einer Kolumne im Trierischen Volksfreund.

Seit 2005 schreibt er in der Rubrik „Glaube im Alltag“ auf, wo ihm Gott im täglichen Leben begegnet. Zu den kurzen Texten, die regelmäßig samstags im TV erscheinen, erhalte er viele Reaktionen, berichtet der Seelsorger: „Manche rufen an, andere sprechen mich direkt nach dem Gottesdienst an, weil ihnen die letzte Kolumne so gut gefallen hat“, erzählt der 47-Jährige. Die positiven Rückmeldungen hätten ihn ermutigt, die Texte zu sammeln und in einem Buch zu veröffentlichen.

„Glaube trifft Alltag“ heißt das Werk, das am ersten Advent erscheint (siehe Info). Der leicht veränderte Kolumnen-Titel zeigt an, dass es nicht nur um die Zeitungstexte geht. Aus seinem persönlichen Archiv hat der Seelsorger auch Beiträge aus dem Hermeskeiler Pfarrbrief hinzugefügt.

Die insgesamt 156 Seiten sind in drei Kapitel unterteilt. Jeder Text ist mit einem passenden Foto illustriert. Kapitel eins folgt dem Verlauf des Kirchenjahrs beginnend mit der Adventszeit. Der Autor beschreibt zum Beispiel in Anlehnung an das Türchen-Öffnen beim Adventskalender, dass in dieser Zeit auch „innere Türen“ geöffnet werden können, um Menschen wieder näher an sich heranzulassen. Oder er nimmt Ereignisse in der Pfarrei als Anlass – von Sternsingeraktion bis Kommunion-Vorbereitung –, um zu ergründen, was er daraus für sein eigenes Leben mitnehmen kann. Aber nicht nur kirchliche Anlässe dienen als Aufhänger. Das kann auch ein Liedtext der Punkband „Die Ärzte“ sein („Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist“). Oder die Frage, wo sich Gott in virtuellen Gemeinschaften wie dem Internet-Netzwerk Facebook zeigt. Etwas haben die Texte laut Autor alle gemeinsam: „Es sind keine Predigten.“ Er wolle den Lesern vielmehr „Impulse mitgeben, etwas, über das es sich nachzudenken lohnt“.

Im zweiten Teil des Buches widmet sich der Seelsorger einer für ihn „sehr prägenden Zeit“: Von 2013 bis 2016 gehörte er zu den 280 Klerikern und Laien aus dem Bistum Trier, die sich im Rahmen der Synode mit der Zukunft ihrer Kirche beschäftigten. „Da kommt etwas auf uns zu, das uns herausfordert. Aber wir sollten dem nicht ängstlich, sondern hoffnungsvoll entgegentreten“, schreibt Glaub-Engelskirchen dazu. Die Pläne, die Zahl der Pfarreien im Bistum bis 2020 auf 35 zu reduzieren, sehe er auch als Chance. In den „weiten pastoralen Räumen“ der Zukunft müsse niemand mehr „allein die Verantwortung schultern“.

Auch deshalb taucht das Thema im dritten Kapitel „Was Hoffnung schenkt“ erneut auf. Darin beschreibt der Gemeindereferent in einem Text die „Kiss and go“-Zonen (Küss und geh-Zonen) vor Grundschulen, wo Eltern ihre Kinder verabschieden und ins neue Schulleben entlassen. Dieses Loslassen aus Liebe vergleicht er mit dem notwendigen Abschied von den vertrauten Pfarreien, die für „neue Bewegung“ aufgelöst werden sollen. Publiziert hat Glaub-Engelskirchen sein Buch in Eigenregie. Die Druckerei hat er im Internet gefunden. Pünktlich zum ersten Advent sollen die ersten Exemplare geliefert werden.

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