Umsorgt von morgens bis abends

BEUREN. Der Kindergarten Beuren startet in eine neue Ära: Ab heute bietet das Haus auch eine Ganztagsbetreuung. Und in den Köpfen gibt es bereits weitere Ideen.

Ein Aschermittwoch ist für einen Kindergarten in katholischer Trägerschaft eigentlich kein Tag, an dem groß gefeiert wird. Doch in Beuren wird da in diesem Jahr eine Ausnahme gemacht. Für das Fünf-Gruppen-Haus mit 121 Kindern aus acht umliegenden Orten brechen neue Zeiten an. Und das sowohl für das Personal der - frisch an den Start gehenden - Kindertagesstätte wie für die Kinder und deren Eltern. Sie alle haben auf diesen Tag lange hingearbeitet. Bereits im November 2004 hatte Leiterin Marita Dietzen-Thimmel bei den Eltern eine Bedarfsabfrage gestartet. Das Ergebnis von 24 Interessenten war eindeutig. Daher brachte Dietzen-Thimmel im Februar 2005 die erforderlichen Anträge an Bistum, Kreis und Landesamt auf den Weg. Danach hieß es abwarten, ob eine Betriebserlaubnis erteilt und das Personal entsprechend aufgestockt werde. Als der Schriftwechsel zu einem immer dickeren Päckchen anwuchs, bestärkte die Unterstützung der Eltern die Erzieherin darin, nicht aufzugeben. "Wir versuchen es gemeinsam - wir brauchen diesen Ganztagsplatz", ermunterten die Eltern sie immer wieder. Als Dietzen-Thimmel dann am 26. Januar 2006 die Genehmigung erhielt, war die Freude groß. "Die junge Generation ist darauf angewiesen, zum Familienunterhalt beitragen zu können", begründet die Leiterin ihr Engagement. Noch vor wenigen Jahren sei das im ländlichen Raum anders gewesen. Da habe es meist noch eine Oma gegeben. "Wir hatten diesen Bedarf lange nicht." Um den Eltern helfen zu können, schuf der Kindergarten daher vor drei Jahren ein flexibles Zusatzangebot. Dieses gewährleistete - zwar nicht dauerhaft, aber bei Bedarf - eine Betreuung von 7.30 Uhr bis 13 Uhr. Dass Dietzen-Thimmels Hartnäckigkeit gerechtfertigt war, beweisen die Belegungszahlen für die Kindertagesstätte: Alle 24 Plätze sind vergeben - zwei Kinder stehen auf der Warteliste. Um das Ganztagsangebot meistern zu können, wurde der Kindertagesstätte eine zusätzliche halbe Stelle bewilligt, die sich eine pädagogische Mitarbeiterin und eine Hauswirtschafterin teilen. Nach ständigem Möbelrücken für die neue Küche oder den künftigen Ruheraum können sich die Erzieherinnen wieder ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden. "Uns ist wichtig, die Lebensräume der Kinder fließend zu gestalten", sagt Dietzen-Thimmel. Ziel sei, für sie mehr Freiraum zu gewinnen. Vor allem aber, "dass wir Erzieher immer Zeit für sie haben - und das meinen wir Ernst".Nächste Option: Krabbelkinder

Für die Eltern sei die Ganztagsbetreuung eine Erleichterung. Außerdem gebe es nun zusätzliche Angebote wie Spracharbeit. Nicht zuletzt das Haus profitiere davon: "Um konkurrenzfähig zu bleiben, war das für uns ein notwendiger Schritt." Deshalb werde die Tagesstätte sich weiterentwickeln. Dabei denke sie etwa an die Betreuung von Kindern unter drei Jahren, sagt Dietzem-Thimmel.