Unbekannte werfen Steine auf Konzer Moschee: Fenster zerstört und Fassade von Gebetsraum beschädigt – Polizei sucht Zeugen

Unbekannte werfen Steine auf Konzer Moschee: Fenster zerstört und Fassade von Gebetsraum beschädigt – Polizei sucht Zeugen

Zwei Löcher in der Fassade, ein kaputtes und eine Schramme in der Tür zeugen von der Attacke mit Steinen auf die Albukhary-Moschee in Konz. Der Vorsitzende des Moscheevereins Boujemaa Assisi hofft auf Zeugenaussagen zu dem Vorfall.

Foto: Christian Kremer
Foto: Christian Kremer
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Boujemaa Assisi kramt einen Gelben Sack mit sechs kleinen Pflastersteinen unter einem Regal der Konzer Albukhary-Moschee heraus. Die Steine hat der erste Vorsitzende des Moscheevereins am Sonntagabend vor dem Gebäude in der Brunostraße gefunden. Unbekannte haben sie gegen 23 Uhr auf das Fenster des Gebetsraums, die Eingangstür und die Fassade geworfen. Die erste Scheibe des doppeltverglasten Fensters wurde zweimal durchschlagen, die Tür hat eine Katsche abbekommen, und zwei Löcher klaffen in den Brettern der Hausfassade. Zusammen ergibt das laut Polizei und Moscheeverein einen Schaden von rund 1000 Euro.

Assisi geht davon aus, dass die neun Steine vermutlich aus einem Auto heraus auf das Gebäude geworfen wurden. Und er vermutet, dass die Unbekannten eigentlich während der Gebetszeit zuschlagen wollten. Denn die Steine flogen kurz nach 23 Uhr am Sonntagabend, das abendliche Gebet war um 23.09 Uhr angesetzt.

Der Moscheeverein hat die Sachbeschädigung bei der Polizei angezeigt. "Wir können einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht ausschließen", sagt Markus Kohl, Leiter der Polizeiinspektion Saarburg. Die Ermittlungen übernehme deshalb das Kommissariat für Politisch motivierte Kriminalität des Polizeipräsidiums Trier. Bisher haben Zeugen laut Polizei angegeben, dass die Täter mit einem silbernen BMW älteren Baujahrs den Tatort in Richtung Trierer Straße verlassen haben. Die Steine haben die Unbekannten laut Polizei von der Straßenbaustelle in der Brunostraße gestohlen, die nur wenige Meter vom Eingang der Moschee entfernt liegt.

Nach der Tat appelliert Assisi an die Nachbarn, der Polizei alles zu melden, was sie beobachtet haben. "Ich hoffe, dass die Polizei die Täter festnimmt", sagt er gegenüber dem TV. Bei dem Gebäude, das den Gebetsraum beherbergt, handelt es sich um ein unauffälliges Haus. Ein Schild am Eingang identifiziert es als Moschee. Laut Assisi beten die Muslime sechsmal täglich zwischen 4 und 0 Uhr dort. Zu den Freitagsgebeten kämen bis zu 100 Muslime aus Konz, Trier und Umgebung. Gepredigt werde auf Deutsch und Arabisch.

Zeugen wenden sich an die Polizei unter Telefon 06581/91550.

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