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Unbeugsame Konzianer: Überraschungen beim Festakt zum 10-jährigen Bestehen der Konzer Doktor-Stiftung

KONZ-KARTHAUS : Unbeugsame Konzianer stemmen sich gegen harte Gesellschaft

Zum Jubiläum der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung erscheint Namensgeber Georg Josef Ignaz Canaris persönlich. Das ist nicht die einzige Überraschung.

Bessere Bildungschancen für alle: Das hat sich die Konzer-Doktor-Bürgerstiftung vor zehn Jahren auf die Fahne geschrieben. Das Jubiläum ist nun im Kloster Karthaus mit einigen Überraschungen gefeiert worden. Stiftungsvorsitzender Hartmut Schwiering betonte in seiner Begrüßung den Solidaritätsgedanken, ohne den eine Gesellschaft nicht funktioniere: „In einer Stadt mit mehr als 100 Nationen sorgen wir für bessere Bildungschancen, mehr Zusammenhalt und Gerechtigkeit.“ Die Festschrift belege, wie das in der Praxis umgesetzt werde. „Mit Demut und Stolz sehe ich, wie sich eine Idee zur Bürgerbildungsbewegung entwickelt hat“, sagte Schwiering. So erhalte die Gesellschaft ein menschliches Gesicht.

„Die Stiftung hat Projekte umgesetzt, für die sonst bestimmt kein Träger gefunden worden wäre“, vermutet Bürgermeister Joachim Weber. Der Konzer Doktor-Thaler sei eine Bildungswährung, und die Wohn-Brücke eine Bereicherung im Sozialen Wohnungsbau.

Landrat Günter Schartz behauptete: „Mit der Stiftung hat Konz ein neues Gesicht bekommen.“ Die Stiftung habe Leuchtturmcharakter, sagte Schartz. „Ihr habt mich begeistert.“

In Vertretung der Schirmherrin, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, zollte der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, der Stiftung Anerkennung: „Wir brauchen ein solches Miteinander als Grundpfeiler der Demokratie.“ Und Stifter müssen keine Millionäre sein, wie in Konz bewiesen werde.

Für ihren Festvortrag lieh sich die Erziehungs- und Bildungswissenschaftlerin Professor Michaela Brohm-Badry von der Universität Trier ein Zitat aus den Asterix-Heften: „Wir schreiben das Jahr 2018. Ganz Germanien ist von Deppen bewohnt! Ganz Germanien? Nein. In Konzium gibt es eine Insel, in der die Menschlichkeit nicht missachtet wird.“ Humanistisches Denken habe Jahrtausende geprägt, denn Menschen strebten zu seelisch gesunder Selbsterfüllung.  Ihre erste Begegnung mit dem Vorsitzenden hielt die Wissenschaftlerin, die Aktivitäten der Stiftung schon viele Jahre begleitet, in ihrem neuen Buch fest, das sie im nächsten Jahr vorstellt: „Diese Stiftung hinterlässt Spuren für die Zukunft.“ Unbeugsame Konzianer stemmten sich gegen die Verhärtung der Gesellschaft.

In Gestalt des Zweiten Vorsitzenden Thomas Kürwitz erschien der Konzer-Doktor-Vater, Georg Josef Ignaz Canaris (1740-1819), persönlich und stellte die zahlreichen bisherigen Aktionen vor. „Die Stiftung ist heute in der Region tief verwurzelt, dank der Hartnäckigkeit von Hartmut Schwiering“, stellte Stiftungsratsvorsitzender Karl-Heinz Frieden fest.

Als Überraschung wurde im Klosterhof das Modell des neuesten Projekts, der Konzer-Wohn-Brücke, mit einem Bagger enthüllt.

Weitere Infos: konzer-doktor-­buergerstiftung.de.