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Ungenutzte Grünflächen der Verbandsgemein­de Saarburg-Kell sollen im Sinne des Natur- und Klimaschutzes umgestaltet werden - etwa in Bienen- und Streuobstwiesen.

Umwelt : Mehr Naturschutz auf Brachen

Bienenwiesen und Streuobstwiesen: Ungenutzte Grünflächen der Verbandsgemein­de Saarburg-Kell sollen im Sinne des Natur- und Klimaschutzes umgestaltet werden.

(mai) Die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell besitzt zahlreiche ungenutzte Grünflächen. Bürgermeister Jürgen Dixius sprach in der vergangenen Sitzung des Verbandsgemeinderats von 150 Hektar, die insbesondere im Zuge von Gewässerrenaturierungen aufgekauft wurden. Diese sollen künftig ökologisch genutzt werden.

Laut Vorschlag der Verwaltung sollen Lebensräume für bedrohte Arten (insbesondere Insekten) geschaffen und erhalten werden. Dafür sollen Bienenwiesen angelegt und Insektenhotels aufgestellt werden. Brachgefallene Flächen könnten beweidet oder anderweitig landwirtschaftlich genutzt werden. Standortgerechte Gehölze sollen angepflanzt werden. Laut Beschlussvorschlag geht es auch um das Anlegen von Streuobstwiesen, das Erlebbarmachen von Wasserläufen, zu denen Zugänge geschaffen werden sollen, und um die Entwicklung von gelenkten Sukzessionsflächen. Zudem sollen Uferrandstreifen und Hochstaudenfluren an Fließgewässern entwickelt werden.

Doch nicht nur das. Der Vorschlag der Verwaltung geht weiter. Es wird daran gedacht, zu einem späteren Zeitpunkt die erarbeiteten Nutzungskonzepte zusammen mit Grundschulen und weiterführenden Schulen umzusetzen. Begründung: „Gerade für junge Menschen stellt der Umgang mit dem Klimawandel derzeit eine wichtige Fragestellung dar.“

Um einen Überblick über die brachliegenden Flächen zu bekommen, sollen diese im Rahmen des europäischen Leader-Förderprogramms „Aktiver Naturschutz durch nachhaltige Grünflächennutzung“ von einem Dienstleiter erfasst und katalogisiert werden. Zudem soll der Dienstleister ermitteln, welche Flächen Potenzial zur Entwicklung einer der oben genannten Nutzungsarten bieten. Auch Projektgruppen aus dem Aufbau der sorgenden Dorfgemeinschaften könnten in die Umsetzung einsteigen.

Um eine Kostenvorstellung zu bekommen, hat die Verwaltung ein Angebot bei der Firma BGHplan eingeholt, wie es in der Beschlussvorlage zur Sitzung heißt. Die Firma setzt 34 510 Euro für die Arbeiten an. Würde die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Moselfranken das Vorhaben positiv bewerten, könnte es mit einem Zuschuss von 55 Prozent gefördert werden.

Auf die Frage, ob denn für die ehemalige VG Kell ebenfalls ein solcher Antrag an die dafür zuständige LAG Erbeskopf gestellt würde, sagte Dixius, dass dort das Ruwer-Randstreifen-Programm laufe. Doch bei Bedarf könne für das Gebiet genauso verfahren werden. Um Flächen der 29 Ortsgemeinden in das Programm zu integrieren, sei die Zeit etwas knapp, da die LAG im November entscheide. Dies könne eventuell in einem zweiten Schritt erfolgen.