Unser Dorf soll größer werden – nur wie?

Unser Dorf soll größer werden – nur wie?

IRSCH. Der Gemeinderat debattierte über die Erschließung von neuem Bauland. Weitgehend einig sind sich die Ratsmitglieder darüber, dass das neue Baugebiet mittels eines Investors erschlossen werden soll. Es bleibt weiterhin offen, wo genau der Ort ausgebaut werden soll und welcher private Investor dafür in Frage kommt.

Unser Dorf soll größer werden - nur wie? Mit dieser knappen Frage könnte man die Diskussion im Gemeinderat um die Erschließung von neuem Bauland verkürzt zusammenfassen. Darüber, dass Bedarf für ein oder gar mehrere Neubaugebiete besteht, herrscht Konsens quer durch alle Fraktionen: "Wir sind grundsätzlich dafür, dass neue Baugebiete geschaffen werden", sagte der Irscher Christdemokrat Alfred Karges. Ähnlich äußerte sich auch sein Kollege von der FWG, Günter Britten: "Voll dafür", heißt es von Seiten der Freien Wähler. Auch die Sozialdemokraten sehen die Notwendigkeit neuen Baulands. "Wir müssen gegebenenfalls mehrere Investoren ins Auge fassen", sagte Markus Löwe. Denn für die Erschließung des neuen Baulands soll ein privater Investor ins Spiel kommen. Zu diesem Zweck stellten Walter Densborn und Tobias Kulick von der "Sparkassen-Service-Gesellschaft" (SSG) - eine Tochtergesellschaft der Sparkassen-Gruppe - dem Gemeinderat mehrere Modelle der privaten Erschließung vor. Bei dieser Art der Baulanderschließung vereinbart das beauftragte Privatunternehmen einen Erschließungsvertrag mit der Gemeinde und übernimmt für diese die Planung, Koordinierung und Realisierung. Dabei richtet sich das Unternehmen in der Regel nach den Vorgaben der Gemeinde - diese bleibt somit der Entscheidungsträger und bestimmt, was wie gemacht werden soll. "Der Grundsatzbeschluss wurde dann auch so gefasst, dass die Ortsgemeinde mittels eines Investors Bauland entwickeln möchte, die Lage des dann neuen Baugebiets jedoch noch zum jetzigen Zeitpunkt aus verschiedenen technischen Gründen nicht bestimmen kann", kommentierte der Irscher Ortsbürgermeister Jürgen Haag das Ergebnis der Abstimmung im nichtöffentlichen Teil der Sitzung gegenüber dem TV. "Zum jetzigen Zeitpunkt hält sich die Gemeinde noch offen, wer als Investor in Frage kommen kann." In einem weiteren Tagesordnungspunkt verständigte sich der Gemeinderat einstimmig auf die Einrichtung eines Betreuungsangebots für die Kinder der Irscher Grundschule. "Wir haben die Zusage von neun Kindern, deren Eltern das Betreuungsangebot wahrnehmen wollen", sagte Haag, "wir müssen jede Möglichkeit wahrnehmen, die Schüler zu betreuen." An allen fünf Werktagen in der Woche soll so für die Kinder ein Betreuungsangebot am Nachmittag gesichert sein. Außerdem wurde der im Oktober des vergangenen Jahres von der SPD-Fraktion gestellte Antrag auf Verkehrsberuhigung in Irsch (der TV berichtete) einstimmig angenommen. Anlass waren zwei Verkehrsunfälle im Jahr 2005, als deren beider Ursache zu schnelles Fahren diagnostiziert wurde. Unter Vorbehalt einer Kreditgewährung über maximal 4000 Euro soll zunächst ein Geschwindigkeitsmessgerät angeschafft werden, das dem Fahrer seine aktuelle Geschwindigkeit anzeigt - und den rücksichtslosen Raser abschrecken soll. Bei Bedarf soll auch ein zweites Gerät zum Preis von rund 1800 Euro bestellt werden. Vor allem in der Saarburger Straße und in der Zerfer Straße - beide Bestandteil der Bundesstraße 407 - werde zu schnell gefahren. Der Vorschlag der Errichtung von verkehrsberuhigenden Inseln in der Mitte der Straße fand im Gemeinderat keine Zustimmung, da die Bundesstraße dafür durchgehend zu schmal sei.